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Selbstgestricktes bei Ebay
Pendlerin versteigert Deutsche-Bahn-Verspätungsschal

Ein Pendler-Jahr als Streifenmuster eines selbstgestrickten Schals: Eine kreative Deutsche-Bahn-Kundin lässt auf ihren "Bahn-Verspätungsschal" bei Ebay für den guten Zweck bieten.

Text: W&V Redaktion

8. Januar 2019

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Mit Verspätungen bei der Deutschen Bahn ist eine strickbegeisterte Pendlerin aus dem Münchner Umland im vergangenen Jahre recht kreativ umgegangen. Die Mutter von Sara Weber setzte Verspätungen, Zugausfälle oder volle Züge in einem Schal um.

Ihre Tochter, Senior News Editor bei Linkedin und dementsprechend gut vernetzt postete ein Foto des Bahn-Verspätungsschals auf Twitter und erklärt das Prinzip: "Pro Fahrt hat sie zwei Reihen gestrickt. Grau bei weniger als fünf Minuten Verspätung, Rosa bei fünf bis 30 Minuten, Rot bei mehr als einer halben Stunde."

Enthält der Schal zu Beginn noch viel Grau und Rosa, folgt in der Mitte ein langes rotes Stück. Zur Begründung heißt es: "Schienenersatzverkehr, die ganzen Sommerferien lang. Da hat sie pro Fahrt nicht mehr 40 Minuten gebraucht, sondern knapp zwei Stunden. Jeden Tag. Sechseinhalb Wochen lang."

Der Schal für den guten Zweck

Aus dem Schaden der Pendlerin wird nun aber ein Nutzen für die Bahnhofsmission: Sara Webers Mutter versteigert die gestreifte Handarbeit bei Ebay. Noch bis zum Abend des 14. Januar kann für den guten Zweck geboten werden. Bereits jetzt liegen die Gebote bei über 1000 Euro für den "Verspätungsschal/Bahnschal Original", wie das gute Stück angepriesen wird.

Das Foto des Verspätungsschals selbst ist ein Hit, wurde bereits mehrere Tausend Mal geteilt. Twitter-Nutzer sind begeistert: "Mahnschal", "anschaulicher ist die Pünktlichkeit der Bahn nicht zu vermitteln" oder "geniale Idee" lauten einige der Kommentare.

Sogar die Bahn hat sich im Schal-Thread schon geäußert – in Person von Antje Neubauer, Leitung Marketing und PR der Deutschen Bahn, die mitzwitschert: 

In der Tat waren im Jahr 2018 bei der Bahn nur 73 Prozent aller Züge pünktlich. Der Konzern hat daher sein Ziel, eine Pünktlichkeitsquote von 82 Prozent zu erreichen, auf 2025 verschoben. Ursprünglich sollte es 2018 so weit sein.

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