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Lebensmittelkennzeichnung
Pepsi testet Nährwert-Ampel

In Großbritannien funktioniert es, nun will Pepsi Co die farbcodierte Nährwertkennzeichnung in weiteren EU-Ländern testen.

Text: W&V Redaktion

28. November 2018

Grün, gelb, rot: Nährwert-Ampeln sollen den Verbraucher über gesunde und weniger gesunde Lebensmittel informieren.
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Eine verpflichtende Nährwert-Ampel ist in Deutschland erst einmal nicht zu erwarten. Der Konzern Pepsi Co gab heute bekannt, eine farbkodierte Nährwertkennzeichnung für Getränke und Lebensmittel in zahlreichen EU-Ländern zu testen. Ob Deutschland dabei sein wird, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Dabei verwendet Pepsi den Ansatz, den der Konzern bereits seit 2014 in Großbritannien und Irland anwendet. Er basiert auf Angaben pro 100 Millilitern bzw. Gramm.

Verbraucherschützer fordern seit Langem, dass Lebensmittelhersteller mit einer Ampel auf der Verpackung kennzeichnen sollen, wie hoch oder niedrig der Anteil nur in Maßen gesunder Bestandteile wie Zucker, Salz und Fett ist. Bislang verlässt sich die Politik auf Aufklärung statt Kennzeichnungspflicht, die Industrie wehrte sich gegen das Modell.

Die großen internationalen Lebensmittelkonzerne, darunter Pepsi, hatten sich aber Anfang 2017 darauf geeinigt, die Angaben zum Nährwert bezogen auf Portionsgrößen prominenter auf den Verpackungen anzugeben. Kritisiert wird aber, dass die Auffassung von Portionsgrößen stark variiert. Dem Argument folgten die hersteler schließlich: Dass Evolved-Nutrition-Label-System (ENL) wurde am 20. November ausgesetzt; die ENL Unternehmen - Coca-Cola , Mondeléz, Nestlé, Pepsio und Unilever - hatten eingeräumt, dass das Fehlen von EU-weit definierten Portionsgrößen zu einem mangelnden Verständnis und einer unzureichenden Unterstützung des Systems geführt hatte.

Ampel nach Mengenangaben

Mit der Angabe nach Gewicht, wie sie Pepsi nun einsetzt, kommt der Konzern den Forderungen der Verbraucherschützer deutlich entgegen. Silviu Popovici, President PepsiCo Europe Sub-Saharan Africa: "Wir möchten den Verbrauchern detaillierte Nährwertinformationen zu den Lebensmitteln geben, die sie essen und trinken. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, ein System auszuweiten, bei dem die Farbkodierung auf den Nährstoffwerten pro 100ml/g anstatt pro Portionsgröße basiert. Wir glauben, dass dieses System den Verbrauchern in anderen europäischen Märkten helfen wird, Nährwertinformationen leicht und umfassend zu entschlüsseln."

Pepsi sei außerdem bereit, sich mit anderen Interessensvertretern auf ein EU-weites Kennzeichnungssystem zu verständigen und Erkenntnisse aus seinen Markttests zu teilen, "um diesen von der EU geleiteten Prozess zu unterstützen", erklärte Popovici. "In der Zwischenzeit laden wir auch andere in Europa tätige Unternehmen ein, die bewährte Ampelkennzeichnung zu nutzen, um das Bewusstsein der Verbraucher für das System zu stärken."

Zu den Marken von Pepsi Co gehören unter anderem Frito-Lay, Gatorade, Pepsi-Cola, Quaker und Tropicana. 2017 erzielte der Konzern einen Nettoumsatz von gut 63 Milliarden Dollar.

Iglo und Danone planen Ampeln

Die deutschen Lebensmittelkonzerne Danone und Iglo haben im Lauf des Jahres angekündigt, ab Anfang 2019 eine Nährwertkennzeichnung einzuführen. Das wurde unter anderem von der Verbraucherorganisation Foodwatch begrüßt, die seit Jahren für eine Kennzeichnung kämpft. Zwei Unternehmen seien aber zu wenig. 

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