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Feministische NGO
Pinkstinks-Gründerin Stevie Schmiedel tritt ab

Pinkstinks-Gründerin Stevie Schmiedel übergibt den Vorstandsvorsitz und die Geschäftsführung an eine neue Generation. Sie wird der feministischen NGO aber weiterhin beratend zur Seite stehen.

Text: W&V Redaktion

25. August 2020

Pinkstinks-Gründerin Stevie Schmiedel
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Die feministische NGO Pinkstinks, die sich unter anderem gegen Sexismus in der Werbung einsetzt, bekommt eine neue Gesamtleitung. Nach acht Jahren Vorstandsvorsitz und Geschäftsführung übergibt die Gründerin Stevie Schmiedel (49) den Vorsitz der Organisation an die Politikwissenschaftlerin Miriam Krieger (42) sowie die Schauspielerinnen Jamie Watson (28) und Lara Maria Wichels (28).

Die Geschäftsführung übernimmt Ariane Lettow (45). Schmiedel selbst wird der Organisation weiter beratend zur Seite stehen und ausgewählte Kampagnen betreuen, teilt Pinkstinks mit. Die NGO hat heute neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

"Not Heidis Girl" sorgte für Aufsehen

"Das Baby kann jetzt laufen", sagt die Genderforscherin Schmiedel: "Ich wollte nie wie eine Überhenne auf meinem Ei sitzen bleiben, sondern Pinkstinks im richtigen Moment an die nächste Generation übergeben."

Lara Wichels und Jamie Watson lernte Schmiedel 2015 kennen, als Wichels sich als Protagonistin für den Pinkstinks-Videokanal "Lu Likes" bewarb. Später sorgten die drei mit mehreren Kampagnen wie beispielsweise der GNTM-Kritik "Not Heidis Girl" für Aufsehen. 

Den ersten Vorsitz wird Miriam Krieger führen: Die Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin war über viele Jahre als Unternehmensberaterin tätig und arbeitete in ihrer Elternzeit ehrenamtlich bei Pinkstinks.

Zum Abschied mahnt Schmiedel

Die inhaltliche und finanzielle Gesamtleitung übernimmt die langjährige Mitarbeiterin Ariane Lettow. Zusammen haben Schmiedel und Lettow die Organisation stark wachsen lassen. 2021 will die NGO ohne finanzielle Unterstützung von Bundesministerien auskommen können – mit aktuell über 1.700 regelmäßigen Förderern sei man hier auf einem sehr guten Weg, heißt es. 

Neben ihrer freien Mitarbeit für Pinkstinks wird Schmiedel zukünftig für unabhängige Vortrags- und Presseanfragen erreichbar sein. Zum Abschied aus der Pinkstinks-Führung mahnt sie die neue Riege, auf sich zu achten:

"Politischer und besonders feministischer Aktivismus geht an die Substanz. Auch die nächste Generation übergibt den Staffelstab hoffentlich rechtzeitig, bevor die Gesundheit leidet. Bis wir diesen Kampf hoffentlich gar nicht mehr führen müssen, weil wir eine gleichberechtigte Gesellschaft geworden sind. Aber bis dahin ist noch viel zu tun."


Autor: Maximilian Flaig

ist seit 2018 W&V-Redakteur und verbringt in dieser Funktion die meiste Zeit des Tages im Agenturressort. Dort versorgt ihn die kreativste Branche der Welt zuverlässig mit guten Geschichten - oder mit Zahlen für diverse Rankings. Sport- und Online-Marketing interessieren den gebürtigen Kölner besonders. 

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