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Fusionitits auf dem Automarkt geht weiter
PSA und Fiat Chrysler wollen Autoriese werden

Wenn die beiden Konzerne sich zusammenschließen, würde der viertgrößte Autohersteller der Welt entstehen.

Text: W&V Redaktion

31. Oktober 2019

Fiat beschwört in der Werbung das Lebensgefühl des "Dolce Vita": Kampagne für den Fiat 500 von Leo Burnett.
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Der eine Partner ist stark in Europa, der andere kann den nordamerikanischen Markt in die Ehe mit einbringen. Gemeinsam wollen sie einen neuen Global Player schaffen. PSA, seit 2017 Besitzer von Opel und Europas zweitgrößter Autobauer, und Fiat Chrysler, 2014 aus der Fusion von Fiat und Chrysler entstanden, wollen den nach Fahrzeugabsatz viertgrößten Autohersteller der Welt schmieden. Laut ARD wäre der neue Konzern nach Umsatz sogar der drittgrößte. Beide hätten sich auf offizielle Fusionsgespräche verständigt, teilten die Konzerne in einem gemeinsamen Statement am Donnerstag mit. Der Sitz der Muttergesellschaft soll in den Niederlanden sein.

Vor einem halben Jahr hatte Fiat Chrylser vergeblich versucht, sich mit Renault zusammenzuschließen. Der französische Konzern bildet eine Allianz mit Nissan und Mitsubishi (zu den Marken gehören auch Dacia und Datsun).

Die größten Autobauer

Der neue Konzern PSA-Fiat-Chrysler könne 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr absetzen - nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund werden mehr Autos los. PSA/Fiat käme auf einen Jahresumsatz von 170 Milliarden Euro und einen jährlichen Betriebsgewinn von mehr als 11 Milliarden Euro (ohne die Marken der Zulieferer Magneti Marelli und Faurecia). Nach 2018er-Zahlen der ARD kamen beide Unternehmen zusammen auf 205,9 Milliarden Dollar (184,4 Mrd. Euro) - das wäre mehr als der Umsatz von Daimler (197 Mrd. Dollar), die somit auf Rang vier rutschen würden. Die Nummer eins der Welt, Volkswagen, setzte 2018 278,3 Milliarden Dollar um.

Citroën feierte heuer 100 Jahre Reisefreiheit.

Es wird ein Zusammenschluss "unter Gleichen" angestrebt, mit einem ausgewogen besetzten Vorstand unter Führung von PSA-Chef Carlos Tavares als Vorstandsvorsitzendem. Denn die Franzosen verkaufen zwar weniger AUtos - machen aber mehr Gewinn als die italo-amerikanische Firma. Der FCA-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann - Enkel des langjährigen Fiat-Bosses Giovanni Agnelli - würde seine bisherige Rolle auch im neuen Unternehmen einnehmen. Die FCA-Aktionäre sollen eine Sonderdividende von 5,5 Milliarden Euro erhalten. Peugeot würde nach der Mitteilung vom Donnerstag 46 Prozent seiner Anteile an Faurecia an seine Aktionäre verteilen.

PSA führt neben Opel die Marken Peugeot, DS und Citroën. Opel gehört seit gut zwei Jahren zu PSA und wird mit harter Hand auf Effizienz und Gewinne getrimmt. Nach der Übernahme von Opel hatte es dort einen erneuten Wechsel der Leadagentur gegeben: Nach einem mehrjährigen Beziehung zu Scholz & Friends (Umparken im Kopf) hatte der frühere Betreuer McCann wieder übernommen. Die Marke Peugeot wird in Deutschland von Havas, Citroën und Peugeot euroapweit von BETC betreut.

Fiat Chrysler hat die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati unter seinem Dach, für die hierzulande eher wenig geworben wird. Fiat arbeitet seit Jahren mit Leo Burnett zusammen (Verführung auf Ialienisch: Spot für den Fiat Abarth 2012). Dodge und Jeep in den USA betreuen die Richards Group und DDB.

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Die Konzerne PSA und Fiat Chrylser versicherten, dass sich mit einer Fusion Spareffekte in Höhe von 3,7 Milliarden Euro erzielen ließen, ohne eine Fabrik im Zuge des Deals zu schließen. Die Effizienzgewinne, die sich etwa aus Einsparungen beim gemeinsamen Einkauf ergäben, ließen sich nach vier Jahren zu 80 Prozent heben. Allerdings wird die angepeilte Fusion auch viel Geld kosten: PSA und Fiat Chrysler rechnen mit einmaligen Kosten von 2,8 Milliarden Euro. (dpa/sh)

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