Anzeige

Kakaofruchttafel
Ritters neue Schokolade darf nicht so heißen

Absurdes Lebensmittelrecht: Ritter Sport bringt eine "Schokolade" auf den Markt, die zu 100 Prozent aus Kakao besteht. Das Problem: Schokolade ohne Zuckerzusatz darf in Deutschland nicht Schokolade heißen.

Text: W&V Redaktion

1. Februar 2021

Das 57-Gramm-Quadrat der "Kakaofruchttafel" kostet 4,99 Euro.
Anzeige

Ritter Sport hat eine Aufsehen erregende Neuheit auf den Tafel-Schokoladen-Markt gebracht. Das Produkt trägt den Namen "Cacao y Nada" und besteht erstmals zu 100 Prozent aus Kakao. Zum Süßen wird ausschließlich natürlicher Kakaosaft verwendet, den Ritter in einem innovativen Verfahren gewonnen hat. Anders als die bisher bekannten Schokoladen mit 99 oder 100 Prozent Kakaogehalt schmeckt sie nicht bitter, sondern süß.

Zwar ist der Saft der Kakaofrucht seit einem Jahr in der EU als Lebensmittel zugelassen, doch in Deutschland gibt es trotzdem ein Problem. Schokolade ohne Zusatz von Zucker darf hierzulande nicht Schokolade heißen. "Das ist absurd", findet Ritter-Sport-Chef Andreas Ronken. Und wahrscheinlich nicht nur er.

Inzwischen werden jedoch Zweifel an der Redlichkeit seiner Argumentation laut. Mehr dazu hier in unserem neuesten Artikel: Ritter Sports Schoko-Streit: Nur viel Lärm um nichts?

"Aufwachen! Das ist die neue Realität"

"Unser Lebensmittelrecht muss mit Innovationen dieser Art Schritt halten", fordert Ronken. "Wenn Wurst aus Erbsen sein darf, braucht Schokolade auch keinen Zucker. Aufwachen! Das ist die neue Realität."

Die Folge des Vorschriften-Schlamassels: Ritter Sport muss das Produkt unter dem Namen "Kakaofruchttafel" verkaufen. Damit ja keiner auf die Idee kommt, es könnte sich am Ende vielleicht doch um Schokolade handeln.

Oder besser: Kakaofrucht-Quadrat. Das innovative Produkt ist in den nächsten Tagen als Limited Edition erhältlich: als 57-Gramm-Quadrat für 4,99 Euro, und zwar online oder im Ritter-Sport-Shop in Waldenbuch. Aber nur, solange der Vorrat reicht. Denn zunächst reichte der in der eigenen Plantage gewonnene Kakaosaft lediglich für 2.300 Tafeln.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Tipp: W&V Report Markenschutz

Sind Sie unsicher, ob Ihr neues Produkt überhaupt so heißen darf, wie Sie es sich vorstellen? Ist Ihre Marke ausreichend geschützt? Und was heißt überhaupt ausreichend? Markenschutz hat viele Facetten – genau da setzt unser W&V Report an. Sie erfahren step by step, wie Sie Ihre Marke erfolgreich schützen und somit nachhaltigen Erfolg für Ihr Unternehmen sichern. Von der Wortmarke bis zum Domaingrabbing.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.


Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

Anzeige