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Jahresbilanz
Rossmann schreibt im E-Commerce rote Zahlen

Der Onlineshop von Rossmann sei unbedeutend und defizitär. Warum das gleichzeitig eine gute und eine schlechte Nachricht für den Drogeriehändler ist:

Text: W&V Redaktion

5. April 2019

Noch immer kaufen die Deutschen Drogeriewaren am liebsten stationär.
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Eigentlich läuft bei Rossmann alles rund. Fast alles. Der Umsatz ist 2018 um 5,1 Prozent gewachsen. Und auch der Gewinn nach Steuern ist gestiegen, auf 200 Millionen Euro. "Wir verdienen gutes Geld", zitiert die Lebensmittelzeitung Unternehmensgründer & Geschäftsführer Dirk Roßmann

Deshalb kann es sich der Drogeriehändler leisten zu investieren. Allein in Deutschland sollten im laufenden Jahr 90 Millionen Euro in 110 neue Märkte fließen. 175 Geschäfte sollen modernisiert werden. Weltweit seien Investitionen von 215 Millionen Euro geplant, schreibt die dpa.

Nur ein Kanal funktioniert für Rossmann bisher nicht: der E-Commerce. Das Geschäft mit dem eigenen Onlineshop sei mit 30 Millionen Euro nicht nur unbedeutend. Es arbeite sogar defizitär. Auch die Kooperation mit Amazon Prime Now habe sich finanziell nicht gelohnt. Das länge unter anderem an den niedrigen Margen in der Branche und dem gleichzeitig größeren Kommissionierungsaufwand. Deshalb will Rossmann sie im Sommer einstellen. Auch Feneberg hat seine Zusammenarbeit mit dem Dienst kürzlich gestoppt. 

Keine "überwältigend guten Gründe", online einzukaufen

"Im Drogeriehandel hat der E-Commerce noch keine Zugkraft", sagt Dirks Sohn Raoul, Geschäftsführer Einkauf & Marketing, gegenüber der LZ. "Das hat sich auch in der Kooperation mit Amazon Prime Now gezeigt." Solang es für Kunden nicht überwältigend gute Gründe gebe, online einzukaufen, kauften sie stationär. Das ist gleichzeitig eine gute Nachricht für den Handelsfilialisten. Denn so schnell muss er keine disruptive Konkurrenz aus dem Internet fürchten, der sein Geschäftsmodell verdrängt. 

Peter Dreher, Geschäftsführer Finanzen & Verwaltung, Dirk Roßmann, Gründer & Geschäftsführer, Raoul Roßmann, Geschäftsführer Einkauf & Marketing, und Michael Rybak, Geschäftsführer (v.l.)

Solang das Verkauf noch vorwiegend stationär stattfindet, nutzt Rossmann seinen Onlineshop als Marketingkanal. Denn auch wenn der Umsatz zweistellig steige, kauften 99 Prozent der Besucher nichts. Aber sie informieren sich über die Produkte, Preise, Inhaltsstoffe, Öffnungszeiten. Deshalb baut Rossmann den Shop weiter aus, denn er ist also trotz allem ein wichtiges Tool. 

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