Anzeige

Klare Haltung gegen Rassismus
Rügenwalder wehrt sich gegen AfD-Kritik am Spot

Einem AfD-Funktionär passt es nicht, dass im Spot der Rügenwalder Mühle ein "Afrikaner" zu sehen ist. Das Unternehmen verteidigt seine bunte Picknick-Runde.

Text: W&V Redaktion

7. Dezember 2018

Bunte Mischung bei der Rügenwalder Mühle.
Anzeige

Mit einer aufschlussreichen Mail wandte sich Horst Juhlemann, derzeit Pressesprecher des AfD-Kreisverbandes Landkreis Leipzig, an das Unternehmen Rügenwalder Mühle. Ihm missfällt, dass in der "fröhlichen Genießerrunde" auch ein "Afrikaner" sitzt. Für ihn scheint das nicht mit der "pommerschen Familientradition" zusammenzupassen, die der niedersächsische Familienbetrieb verkörpere. Dazu schrieb er den Geschäftsführern Lothar Bentlage und Godo Röben einige bizarre Fragen, etwa, ob das Unternehmen "halal" produziere und ob für den Spot Geld von der Bundesregierung fließe. Nachzulesen in der Leipziger Volkszeitung. Juhleman schickte seine Beschwerde mit großem Verteiler raus. 

Allerdings verweigern ihm sogar Parteigenossen die Gefolgschaft und finden den Brief "höchst unprofessionell und untragbar", wie sich etwa der Bundestagsabgeordnete Lars Herrmann gegenüber der LVZ äußerte. Am Wochenende findet der Kreisparteitag der AfD statt. Dort werde über Konsequenzen diskutiert.

Rügenwalder stellt sich hinter seine Mitarbeiter und trägt diese Haltung auch offensiv - etwa via Facebook - nach außen: "Diese Mail hat uns zutiefst empört. Wir, die Rügenwalder Mühle, sind seit 184 Jahren ein Familienunternehmen und wir werben seit mehreren Jahren mit unseren Mitarbeitern. Da bei uns Menschen mit knapp 20 verschiedenen Nationalitäten arbeiten, ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir dies auch in unserer Werbung genauso darstellen." 

Ursprünglich hatte Rügenwalder wohl weitere rechtliche Schritte überlegt, nun verzichtet man aber: "Rassismus und der AfD-Pressesprecher verdienen es nicht, eine große Bühne und noch mehr Beachtung zu bekommen. Wir haben uns deshalb gegen weitere Maßnahmen gegenüber dem AfD-Vertreter entschieden."

Werbemotive, die nicht dem traditionellen Deutschlandbild der AfD entsprechen, regen übrigens regelmäßig die Sympathisanten auf, am augenfälligsten etwa das Katjes-Motiv mit der Muslima. 

Das ist der Spot, der für Aufregung sorgte (Agentur Brawand Rieken, Hamburg):

Rügenwalder-Statement bei Facebook:

Die klare Haltung wird gelobt:

Anzeige