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Torgservis, Alibaba, JD.com
Russen und Chinesen drängen in deutschen Einzelhandel

Die russische Discounter-Kette Torgservis will hierzulande 100 Filialen eröffnen, die chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba und JD.com sichten das Terrain.

Text: W&V Redaktion

16. Oktober 2018

Gesichtserkennung ist eine der Techniken, die JD anwendet.
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Ein russischer Discounter kommt mit Tiefpreisen nach Deutschland – mit Filialen, die aussehen wie Lagerhallen. Lidl und Aldi haben sich von diesem Modell längst verabschiedet, ihre Verkaufsflächen gewandelt und das Sortiment stark ausgebaut. Mit Bio-Produkten und Marken im Sortiment wollen sie veränderte Kundenbedürfnissereagieren, die neuen Ernährungsmodellen und Gesundheitstrends unterliegen.

In die ehemalige Lücke stößt nun ein russischer Konkurrent. TS Markt, wie das Tochterunternehmen der russischen Discounter-Kette Torgservis heißt, soll laut Medienberichten mehr als 100 Standorte hierzulande eröffnen.

Besonders in Nord- und Ostdeutschland sind laut "MDR aktuell" Filialen geplant – im ländlichen Raum. Die Kette aus Sibirien bringt ein Sortiment, das bis zu 90 bis 95 Prozent Eigenmarken umfasst. Es soll in Kartons und Paletten angeboten werden – wie in den Anfangsjahren von Aldi.

Was Chinas E-Commerce-Riesen vorhaben

Unterdessen wird im Einzelhandel auch mit Interesse auf Tech-Riese Alibaba und dessen chinesisches Shoppingportal Tmall geblickt. Dort tummeln sich deutsche Marken wie Aldi, Lidl, Bosch oder Birkenstock; auf der Suche nach Wachstum haben sei in den vergangenen Jahren gleich reihenweise den Sprung nach China gewagt, meist über Tmall. Tmall gehört zum Reich von Jack Ma, der mit seinem Online-Konglomerat selbst für Amazon eine Herausforderung geworden ist. Und der deutsche Markt spielt für sie "eine wichtige Rolle".

Ein Interesse am deutschen Einzelhandel sagt die Wirtschaftswoche den Chinesen um Ma nach, mehr noch aber dem Alibaba-Wettbewerber JD.com. Dessen Gründer und Vorstandschef Richard Liu hat bereits eine Deutschlandoffensive ausgerufen. "Mir geht es nicht mehr nur darum, Produkte von Deutschland nach China zu verkaufen. Ich möchte auch Produkte in Europa verkaufen", sagte Liu im Interview mit dem Handelsblatt.

Bis Ende des Jahres soll die Strategie zur Erschließung des deutschen Marktes stehen. Vor allem im E-Commerce dürfte JD.com hierzulande mitmischen. Aber auch Ladengeschäfte modernster Art könnten eröffnet werden - unbemannte X-Marts mit Gesichtserkennung der Kunden.

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