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Politischer Werbe-Fake
Sixt wehrt sich gegen gefälschtes Motiv

Im Social Web kursiert ein vermeintliches Werbemotiv von Sixt, das die Bundeskanzlerin mit einem blauen Auge zeigt. Der Autovermieter geht dagegen vor.

Text: W&V Redaktion

10. Januar 2019

Gegen dieses Motiv prüft Sixt rechtliche Schritte gegen Unbekannt - es handelt sich hierbei nicht um Sixt-Werbung. Aufgetaucht ist das Foto unter anderem bei Facebook.
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Es ist eigentlich ein Bild, das seit drei Jahren schon in AfD-nahen Kreisen bei Facebook auftauchte. Dass es nun auch außerhalb der Gruppe Aufmerksamkeit erregt, liegt an dem Überfall auf den Bremer AfD-Politiker Frank Magnitz. Nachdem die AfD nach dem Angriff mit Vorwürfen reagiert hatte, linke Rhethorik sei der Auslöser für den Angriff gewesen*, hatten AfD-Kritiker unter anderem Magnitz' Profile im Social Web nach entsprechenden Postings durchsucht, die gewaltverherrlichende oder beleidigende Motive enthielten.

Und wurden bei dem bis dahin über Bremens Grenzen hinaus wenig bekannten Politiker und AfD-Bundestagsabgeordneten Magnitz fündig. Im Januar 2016 hatte er offenbar via Facebook ein Bild verbreitet, das aussieht wie ein Werbemotiv des Autovermieters Sixt. Es zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem blauen Auge und den Text "Kein Bock auf Bahnhof".

Der Urheber ist bisher nicht bekannt. Die Bemerkungen Magnitz' zum Zeitpunkt des Postings lassen aber darauf schließen, dass er nicht sicher sein konnte, ob Sixt Absender des Motivs war. Das Sixt-Foto postete Magnitz nicht auf seinem offiziellen Profil als AfD-Abgeordneter, sondern auf einem privaten.

 

Sixt hat bereits angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Fälschung zu prüfen. Die Sixt-Botschaft auf Twitter besagt, der Autovermieter distanziere sich "von dem Zusammenhang, der dadurch hergestellt wird", und verurteile jede Gewalt.

Zimperlich ist Sixt nicht, auch nicht mit der Kanzlerin: Eine Cabrio-Werbung mit der zerzausten damaligen Umweltministerin begründete den Ruf der frechen und häufig sehr aktuellen politischen Anspielungen in der Werbung des Unternehmens. Zwischen frech und brutal zieht Sixt aber klare Grenzen.

In den vergangenen Wochen gab es mehrfach Werbe-Fakes im Netz im Zusammenhang mit der AfD. So wurden vor Weihnachten Anti-AfD-Plakate von Coca-Cola, Nutella und Früh Kölsch verbreitet, die aber nicht von den vermeintlich werbenden Unternehmen stammten. Coca-Cola hatte das richtiggestellt, sich aber nicht von der Botschaft distanziert ("Sag' Nein zur AfD"). Die AfD wiederum hatte als Antwort auf das Coca-Cola-Motiv im Pepsi-Look geantwortet ("Sag ja <sic!> zur AfD!") - und umgehend eine Absage kassiert ("Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser parteipolitischen Vereinnahmung ...").

* Die Polizei hat mitgeteilt, dass sich der Tathergang anders darstellt, als es unmittelbar nach dem Überfall den Anschein hatte. Wer Magnitz angegriffen hat, ist bislang noch nicht bekannt.

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