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Gleichberechtigung
So solidarisiert sich Kaufland mit den Frauen

Anfang 2020 wird aller Voraussicht nach die Mehrwertsteuer auf Monatshygieneartikel gesenkt. Kaufland nutzt diese Entwicklung für eine werbewirksame Maßnahme.

Text: W&V Redaktion

29. November 2019

Kaufland senkt schon vor dem offiziellen Inkrafttreten die "Tampon-Steuer".
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Irgendwann wurde der Druck zu groß: Nach zwei starken Online-Petitionen sowie zahlreichen weiteren Aktionen verkündete Bundesfinanzminister Olaf Scholz Anfang Oktober, die Mehrwertsteuer auf Monatshygieneprodukte von bislang 19 auf 7 Prozent senken zu wollen. Aller Voraussicht nach wird die neue Regelung bereits zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Kaufland nutzt diesen Umstand für eine werbewirksame Maßnahme.

Das zur Schwarz Gruppe gehörende Unternehmen senkt nämlich schon vor dem offiziellen Inkrafttreten der neuen Regelung die Preise für alle Monatshygieneartikel - "zum Zeichen der Solidarität mit seinen Kundinnen", wie es in einer Pressemitteilung von Kaufland heißt. "Wir wollen zeigen, dass wir in dieser Frage voll und ganz hinter unseren Kundinnen stehen. Deshalb nehmen wir die Entscheidung vorweg und reduzieren die Preise bereits ab 1. Dezember", sagt Yalcin Cem, Leiter Einkauf Drogerie bei Kaufland. "Die vollständige Weitergabe des Steuervorteils ab 2020 ist für uns eine Selbstverständlichkeit."

Der Senkung der so genannten "Tampon-Steuer" waren zwei starke Online-Petitionen vorausgegangen: So startete das Neon-Magazin gemeinsam mit dem Start-up Einhorn eine Petition gegen die Luxussteuer auf Periodenprodukte, die Anfang des Jahres im Bundestag eingereicht wurde. Mit Unterstützung von zahlreichen Prominenten wie unter anderen Jan Böhmermann konnte diese Petition über 81.000 Unterschriften einsammeln.

Unter dem Motto "Die Periode ist kein Luxus - senken Sie die Tamponsteuer!" ging auf Change.org parallel dazu die Petition der beiden Hamburgerinnen Yasemin Kotra und Nanna-Josephine Roloff, die mittlerweile sogar über 190.000 Unterschriften vorweisen kann.

Schließlich erhöhte auch "The Female Company" mit dem "Tampon Book" den Druck auf die Politik. Dabei handelt es sich um ein Buch, in dem 15 Bio-Tampons versteckt sind. Weil Bücher nur mit 7 Prozent besteuert werden, spart die Kundin die 12 Prozent Differenz. Dieses Buch wurde auch an die 100 wichtigsten Politiker und Politikerinnen im Bundestag verschickt.

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