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Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Staatsreligion? Kritik an INSM wegen Baerbock-Anzeige

Annalena Baerbock im Moses-Gewand: Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" schießt sich auf die Kanzlerkandidatin ein. Für die ganzseitige Anzeige in Tageszeitungen hagelt es jedoch Kritik.

Text: W&V Redaktion

11. Juni 2021

Die Anzeige erschien am Freitag in den überregionalen Tageszeitungen FAZ, Süddeutsche, Tagesspiegel und Handelsblatt.
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Annalena Baerbock hat seit der Verkündung ihrer Kanzlerkandidatur für die Grünen mit einigen Anschuldigungen zu kämpfen. Sei es ihr aufgehübschter Lebenslauf auf ihrer Webseite oder ihre verspätet gemeldeten Nebeneinkünfte, um nur die zwei häufigsten zu nennen.

Jetzt schießt sich auch die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" auf die Kanzlerkandidatin ein. In einer ganzseitigen Anzeige in mehreren großen Tageszeitungen (Agentur: Campus Communications) ist sie als Moses mit Steintafeln in der Hand zu sehen, welche an die Zehn Gebote erinnern.

Die zehn Verbote

Auf den Steintafeln stehen aber statt der zehn Gebote zehn Verbote. Etwa "Du darfst kein Verbrenner-Auto fahren", "Du darfst nicht fliegen", "Du darfst nicht schöner wohnen", "Du darfst deine Arbeitsverhältnisse nicht frei aushandeln".

Wahlkampf: Lobbyverband INSM kritisiert Grünen-Politik.

Die Anzeige wurde unter anderem in der FAZ, der Süddeutschen Zeitung, dem Tagesspiegel und dem Handelsblatt veröffentlicht. Auch online laufen die Anzeigen auf einigen Webseiten großer Portale. Die INSM kritisiert mit der Aktion die Politik der Grünen, die zum vermeintlich richtigen Leben erziehen wolle. Freiheit werde so eingeschränkt und der Wohlstand gefährdet, so die INSM.

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Auf Twitter hagelt es jede Menge Kritik dafür. Nutzer bezeichnen die Aktion als "populistische Desinformation" sowie als "hetzerisch". Kritik kommt auch von Charlotte Knobloch, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. "Die INSM wäre gut beraten, das Thema Religion, von dem sie offensichtlich nichts versteht, anderen zu überlassen", schreibt sie auf Twitter.

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Man spreche sich nicht gegen eine grüne Kanzlerschaft aus, sondern gegen eine Regierung, die Ziele über Verbote und Vorschriften erreichen wolle, "statt sich auf die Marktkräfte der sozialen Marktwirtschaft zu berufen", sagte der Pressesprecher der INSM gegenüber der Redaktion der Berliner Morgenpost.

Die INSM ist eine im Jahr 2000 vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründete Interessengemeinschaft und Lobbyorganisation. Träger sind die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie.


Autor: Katrin Ried

Ist Redakteurin im Marketingressort. Vor ihrem Start bei der W&V beschäftigte sie sich vorwiegend mit Zukunftstechnologien in Mobilität, Energie und städtischen Infrastrukturen. Für Techniktrends interessiert sie sich ebenso wie für Nachhaltigkeit, sozialen und ökologischen Konsum.

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