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Nach Facebook-Umbenennung
Start-Up fühlt sich von Meta zum Rebranding gezwungen

Als Facebook das Meta-Logo enthüllt, meldet sich das Start-Up Newsenselab zu Wort: Das Meta-Logo sei mit einem ihrer Logos fast identisch. Ein Zufall, der nun in den sozialen Medien aufgebauscht wird.

Text: W&V Redaktion

1. November 2021

Dieses Bild hat Newsenselab kreiert, um zu zeigen, wie ähnlich sich die beiden Logos sind.
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Der Social-Media-Konzern Facebook enthüllt den Rebrand der Firmenbezeichnung zu Meta und das neue Logo. Das Berliner Health-Startup Newsenselab fällt daraufhin aus allen Wolken: Das Meta-Logo ist mit dem Logo ihrer digitalen Gesundheitsanwendung "M-sense Migräne" fast identisch! Nun fühlt sich das Startup wahrscheinlich gezwungen, das Produktlogo ihrer Migräne-App zu ändern. Denn die Assoziation mit dem Internet-Riesen geht gegen die Werte des Unternehmens, für das Datenschutz im Gesundheitswesen die höchste Priorität hat.

Der Albtraum eines jeden Designers

Im Dezember 2020 hat das Berliner Health-Startup Newsenselab GmbH die digitale Gesundheitsanwendung M-sense Migräne auf den Markt gebracht, die auf Rezept erhältlich ist. Das Medizinprodukt bekam ein in sich verschlungenes grünes M als Logo, das die sich wiederholenden Schübe der chronischen Erkrankung Migräne symbolisieren soll. Am 28. Oktober 2021 dann die Überraschung: Facebook enthüllt den Rebrand der Firmenbezeichnung zu Meta. Das neue Logo: Ebenfalls ein in sich verschlungenes M, nur in blau. "Das ist der Albtraum eines jeden Designers", schreibt Luis Grass, Designer und Produktentwickler bei Newsenselab.

Sicherheit der Daten hat höchste Priorität

Die beiden Logos sind sich zum Verwechseln ähnlich, doch wenn es um das Thema Datenschutz geht, gibt es zwischen den Unternehmen große Diskrepanzen, sagt Newsenselab. Denn Facebook sieht sich immer wieder Anschuldigungen zu ihrer Datennutzung ausgesetzt. Für eine digitale Gesundheitsanwendung wie "M-sense Migräne" hat der Schutz der Nutzer:innendaten jedoch höchste Priorität, sagt Newsenselab. Verantwortlichkeit in der Datennutzung und eine transparente Strategie für den Datenschutz sei im Gesundheitsbereich unerlässlich und für das Vertrauen von Nutzer:innen und Verschreibenden unabdinglich. Dass die Daten den Nutzer:innen und nicht dritten zugutekommen, ist deshalb ein Kernpunkt der Unternehmenswerte. Zudem ist die Datennutzung und -sicherung der Medizin-App streng reglementiert: Die digitale Gesundheitsanwendung hat die Prüfung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestanden.

Visuelle Abgrenzung von Meta 

"Daten sind entscheidend, um eine Behandlung richtig zu leiten, sie sind zugleich ein hochsensibles Gut, wir brauchen daher das Vertrauen der Nutzer:innen", sagt CEO Dr. rer. nat. Markus Dahlem dazu. Denn die Wirksamkeit der digitalen Therapie der App beruht auf der datengesteuerten Personalisierung von verhaltenstherapeutischen Interventionen, bezogen auf die Bedürfnisse von Migräne-Betroffenen. Da Newsenselab mit solch sensiblen Daten hantiere, sei es essenziell, dass das Start-up sich nicht nur was Datenschutz, sondern auch was die visuelle Gestaltung angeht von dem Social-Media-Riesen Meta absetzt.

Newsenselab bauscht den Zufall auf

So ärgerlich der Zufall auf den ersten Blick scheint, so geschickt nutzt das Berliner Unternehmen ihn, um auf sich und die App aufmerksam zu machen. Bereits seit dem Wochenende kursieren Posts, die das Meta-Logo und das M-sense-Logo untereinander zeigen, sowie das Statement, Facebook zwinge das Start-Up zum Rebranding in den sozialen Medien. Während das Bild mit dem Slogan "Where they go low, we go high. #dataprivacy" in diesen, insbesondere auf LinkedIn gefeiert wird, ist die Behauptung, Facebook habe sich von dem M-sense-Logo inspirieren lassen, nicht bewiesen. Angesichts dessen, dass die M-sense-App ein eher unbekanntes Nischenprodukt ist, auch ziemlich unwahrscheinlich. Auch dass Facebook das Start-Up zum Rebranding zwinge, ist nicht richtig. Vielmehr handelt es sich um eine freie Entscheidung und einen PR-Stunt seitens Newsenselab.


Autor: Marina Rößer

hat viele Jahre in einem Start-Up gearbeitet und ist daher besonders fasziniert von innovativen Digitalthemen und kreativen Marketingstrategien. Ihre eigene kreative Seite lebt die Diplom-Politologin beim Fotografieren und Kochen aus und bringt sich zudem Design und das Programmieren bei.

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