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Kampagnen-Kritik
Streit um Anti-Raucher-Kampagne von Philip Morris

"Heuchelei" werfen Kritiker dem Tabakkonzern wegen seiner Anti-Raucher-Kampagne vor. Dabei hat die Marlboro-Mutter dafür richtig viel Geld in die Hand genommen.

Text: W&V Redaktion

22. Oktober 2018

Das Video zeigt actionreich, wie schwer es ist, das Rauchen aufzugeben.
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Zwei Millionen Pfund sind auch in Zeiten von Brexit-Verhandlungen kein Pappenstiel. Diese Summe investiert Philip Morris in Großbritannien, um seine Anti-Raucher-Kampagne breitestmöglich zu streuen. Denn der Tabakkonzern verfolgt bereits seit geraumer Zeit eine neue Strategie: Die Raucher möglichst auf die E-Zigarette umsteigen, die Philip Morris als die gesündere Alternative empfiehlt.

Nun nimmt die Zigaretten-Firma diese Mission in Großbritannien besonders ernst und animiert zur Rauchentwöhnung - zumindest von herkömmlichen Zigaretten. Unter #holdmylight und einer gleichnamigen Website ist  die Kampagne an diesem Montag gestartet. Doch die Kritiker stehen schon auf dem Plan. "Heuchelei" werfen die Gesundheitsschützer dem Konzern vor. Die Aktion sei ein reiner PR-Bluff.

Dabei hatte Philip Morris weder Kosten noch Mühen gescheut. Ein Video zeigt in actionreicher "Oceans 13"-Manier, wie ein junge Frau sich müht, ihr Feuerzeug verantwortungsvolleren Händen zu übergeben.

Und im Daily Mirror hat Philipp Morris die Umschlagseite gebucht. Sicherlich kein billiges Unterfangen.

Aber die Organisation Cancer Research macht bereits Druck auf das Unternehmen. "Häppchenweise Heuchelei" sei dies, sagte ein Sprecher gegenüber der BBC. Schließlich verkaufe man auch weiterhin Tabak zum erhitzen. Der beste Weg, jemanden dazu zu bewegen, mit dem Rauchen aufzuhören, wäre die Produktion von Zigaretten ganz einzustellen.

In den Großbritannien greifen sehr strenge Werbeverbote für Zigaretten, die Glimmstengel müssen in neutralen Packungen verkauft werden. Deshalb sei die Kampagne für Philip Morris sehr praktisch, haben einige Kritiker aufgeführt. Schließlich sei Philip Morris unauslöschlich mit der Marke Marlboro verbunden und eine Werbung für die Dachmarke wäre damit über Umwege auch eine Werbung für Marlboro.

Auch in Deutschland ist Philip Morris im Umbruch. Vorstandchef André Chalantzopoulos hat im Interview mit W&V erzählt, wie der Konzern diese Mammut-Kommunikationsaufgabe lösen will. Heft bestellen.

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