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Sportfive analysiert Zuschauererwartungen
Studie: Was die Eventbranche jetzt tun kann

Eine Studie der Sportmarketing-Agentur Sportfive zeigt: Auch wenn viele Menschen gerne wieder Veranstaltungen besuchen würden, scheuen sie noch davor zurück. Es sei denn, das Konzept stimmt.

Text: W&V Redaktion

25. August 2020

Fan-Gedränge im Stadion: Szenen, die man wohl noch einige Zeit nicht sehen wird.
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Die Veranstalter von Events, insbesondere im Sportbereich, haben es derzeit nicht leicht. Seit Monaten liegt das Geschehen so gut wie brach. Sportereignisse finden zwar statt, aber größtenteils ohne Zuschauer. Eine dauerhafte Verbesserung der Situation ist angesichts einer potenziellen zweiten Corona-Welle nicht in Sicht.

Wie soll es nun weitergehen? Um sich ein Bild von der Stimmung des Publikums zu machen, hat die Sportmarketing-Agentur Sportfive eine Studie erstellt, für die potenzielle Eventbesucher Auskunft über ihre Einschätzung der Situation gaben.

"Mit dieser Studie wollen wir auf die Rahmenbedingungen Bezug nehmen, die gleichermaßen für Veranstalter und Besucher gelten", sagt Olaf Bauer, Executive Vice President Sportfive. Denn auch wenn die Regierung bislang keine Lockerungen in Bezug auf Events oder auch Fußballspiele angekündigt habe, sei es sinnvoll, "bereits jetzt in die Analyse zu gehen, was den Menschen für diesen Zeitpunkt wichtig ist und wie Veranstaltungen aufgebaut werden müssen, damit sie als sicher und unbedenklich eingestuft werden."

Zwei Drittel wollen wieder ins Stadion

Im Rahmen der Untersuchung wurden neben dem allgemeinen Eventverhalten und der Einstellung zu zukünftigen Eventbesuchen Fragen zu Sicherheits- und Hygienevorkehrungen, Organisation und Anreise sowie dem Vor-Ort-Verhalten gestellt. Des Weiteren gab es Abfragen zu Kommunikation, Sponsoring und Soziodemographie.

Fazit: Die Skepsis überwiegt. Events und Veranstaltungen erfreuen sich zwar weiterhin hoher Beliebtheit – zwei Drittel der Befragten haben ein grundsätzliches Interesse daran. In der aktuellen Situation weisen jedoch 43 Prozent der Befragten ein gesunkenes Interesse an Veranstaltungen auf, was sich vor allem in Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Sicherheit (58,9 Prozent) begründet.

Bei 18,5 Prozent ist das Interesse an Veranstaltungen sogar gestiegen. Hier macht sich wohl eine Art Entzug bemerkbar: Die genannten Gründe hierfür sind unter anderem die lange Zeit ohne Veranstaltungen aufgrund von Corona sowie das Vermissen von Events und Konzerten.

Pay-TV-Abo statt Vor-Ort-Teilnahme

Rund 63 Prozent der Befragten, die ins Stadion gehen, würden dies wahrscheinlich auch wieder tun, sobald es möglich ist. Die verbleibenden 37 Prozent würden es größtenteils aufgrund von Infektions- und Ansteckungsgefahr vorerst bleiben lassen. Für ein Viertel der Befragten ist es wahrscheinlicher geworden, ein Pay-TV Abonnement abzuschließen, um Sportübertragungen verfolgen zu können.

Knapp die Hälfte der Befragten hat ein grundsätzliches Interesse an digitalen Event- und Veranstaltungsformaten. In der jungen Zielgruppe ist dieses noch einmal höher – hier sind es 67 Prozent.

Knapp 78 Prozent würden sich im Vorfeld einer Veranstaltung über das Hygienekonzept informieren. Der Fokus liegt aktuell eher auf dem Sicherheits- und Hygieneaspekt als auf dem Unterhaltungswert. Im Dienste der Sicherheit sind sogar knapp 75 Prozent bereit, im Vorfeld einer Veranstaltung persönliche Daten weiterzugeben. 58 Prozent wären auch bereit, eine Smartphone App des Veranstalters herunterzuladen.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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