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Nahender Abschied
Telekom-Marketer Schwingen hält sich alle Optionen offen

Telekom-Markenchef Hans-Christian Schwingen verrät in einem Interview auf der hauseigenen Website, warum er sich verabschiedet und wohin die Markenreise seines Noch-Arbeitgebers geht.

Text: W&V Redaktion

13. Februar 2020

Die Deutsche Telekom verliert ihren Markenchef.
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Telekom-Markenchef Hans-Christian Schwingen verlässt Ende März den Bonner Konzern. In einem Interview auf der hauseigenen Website erklärt er, warum er nun geht. "Aus meiner ganz subjektiven Perspektive habe ich alles erreicht, was ich erreichen konnte bzw. wollte", so Schwingen. "Ich glaube, dass jetzt die beste Zeit für mich ist zu gehen, auch wenn es emotional sicher Schmerzen bereiten wird. Gleichzeitig bin ich zuversichtlich, dass wir mit Ulrich Klenke den richtigen Nachfolger gefunden haben, den ich zudem auch persönlich sehr schätze." Die offizielle Staffelübergabe an Klenke ist am 31. März.

Über die zukünftigen Schwerpunkte in der Markenführung sagt er: "Die Telekom muss sich mit Fokus gesellschaftlich relevanten Themen zuwenden und dabei helfen, eine zunehmend polarisierte Gesellschaft wieder ein Stück weit zusammen zu führen. Es geht darum, den Menschen insbesondere in Europa wieder Perspektive, Hoffnung und mehr positive Sicht auf die Zukunft zu bieten."

Die Einführung der Retailmarke Magenta in Österreich im Mai 2019 sieht er als durchaus wegweisend für die Bonner. Das T ist dort weiterhin die Dachmarke des "Magenta Telekom" genannten Unternehmens. In der Wort-/Bildmarke wird das Wort Magenta mit einem hochgestellten T im Kreis verbunden. Der Magenta-Zug sei nicht mehr zu stoppen. Schwingen: "Da gibt es neben emotionalen Aspekten, wie der Verjüngung und Dynamisierung der Marke, ganz nüchtern-rationale Erwägungen. So gerät Magenta als abstrakte Farbmarke markenrechtlich immer mehr unter Beschuss, wie der laufende Fall zum amerikanischen Versicherungsunternehmen Lemonade zeigt. Die Marke Telekom sowie das T sind außerhalb unseres eigenen Footprints nur schwer zu schützen. Das alles hat negative Konsequenzen in Bezug auf weitere Akquisitionen, Harmonisierungen wie im Falle von Cosmote und mögliche Konsolidierungsszenarien in Europa. Und immer dann, wenn wie in Österreich eine integrierende Festnetzkomponente hinzu kommt, schließt sich eine eindimensionierte Marke T-Mobile aus. Eine kombinierte Wort-Bild-Marke Magenta hingegen würde in mehrerlei Hinsicht Abhilfe schaffen. Aber damit nicht genug: Magenta könnten wir im Gegensatz zu Telekom auch außerhalb unseres originären Footprints lizensieren und damit Geld verdienen."

Sein Nachfolger hat also viel zu tun. Seine eigene berufliche Zukunft scheint noch ungewiss: "Ich halte mir alle Optionen offen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass man mit dem Bisherigen erst mal abgeschlossen haben muss, bevor der Geist offen ist für Neues", so Schwingen.

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