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Wettbewerbszentrale
Tesla muss Preiswerbung beim Model 3 ändern

Die Marke Tesla muss Preisangaben zum Model 3 auf der eigenen Website abändern. Der Elektroautohersteller hatte den eigentlichen Preis des Fahrzeugs phantasievoll heruntergerechnet.

Text: W&V Redaktion

7. März 2019

Tesla muss realistische Preise angeben.
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Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat Ärger wegen seiner Preis-Kommunikation - und nachgegeben. Die US-Amerikaner dürfen ab dem 20. März 2019 nicht mehr auf ihrer Website auf die bisherige Weise für ihr Model 3 werben. Denn die Wettbewerbszentrale wirft Tesla die Irreführung potenzieller Interessenten und Verstöße gegen die Preisangabenverordnung vor, das berichtet die Automobilwoche

Tesla hatte den eigentlichen Preis des Fahrzeugs phantasievoll heruntergerechnet. So stellte die Marke den für das Model 3 fälligen 56.380 Euro einen "Preis nach geschätzten Einsparungen" von 51.380 Euro gegenüber (Barzahlung). Im Rahmen der Finanzierung warb Tesla mit einer geschätzten Ratenzahlung von 626 Euro monatlich sowie einer "monatlichen Rate nach Einsparungen" von 522 Euro. Wenn man auf "Einzelheiten anzeigen" klickte, erhielt man unter anderem den Hinweis: "Geschätzte Kraftstoffeinsparung/Jahr 5: - 5.000 Euro".

So rechnet Tesla.

Die von dem Unternehmen bei den Berechnungsbeispielen geschätzten Einsparungen bei den Kraftstoffausgaben über einen Zeitraum von fünf Jahren sei nicht nur "willkürlich, sondern auch intransparent", so die Wettbewerbszentrale. Ein solcher Betrag könne nicht von dem zu zahlenden Kaufpreis oder der monatlichen Rate einfach abgezogen werden. Schließlich muss der Kunde die volle Summe berappen, bevor ihm Tesla ein Model 3 liefert.

"Solche angeblichen Preisersparnisse sind Marketingübertreibungen zu Lasten von fair agierenden Mitbewerbern", sagt Rechtsanwalt Andreas Ottofülling von der Wettbewerbszentrale. Die Verbraucher würden durch derartige Preismogeleien getäuscht, so Ottofülling weiter. Tesla habe sich außergerichtlich gegenüber der Wettbewerbszentrale verpflichtet, nicht weiterhin so zu werben.

Ende Februar hatte Firmenchef Elon Musk angekündigt, seine Elektroautos künftig nur noch über das Internet verkaufen zu wollen. Das solle helfen, die Preise zu senken. Viele der Tesla-Läden würden schließen, die verbliebenen Standorte in belebter Lage sollen als Ausstellungsfläche und Informationszentren genutzt werden. 

Gleichzeitig kündigte Musk an, dass Teslas Hoffnungsträger Model 3 nun schließlich auch zum ursprünglich in Aussicht gestellten Preis von 35.000 Dollar vor Steuern und Elektroauto-Vergünstigungen verkauft werde. Die Version hat unter anderem eine kleinere Batterie. Das sei der niedrigste Preis, zu dem Tesla ein Model 3 verkaufen könne, so Musk.

Er sagt auch: Tesla muss unter anderem beim Vertrieb sparen. Das Unternehmen betreibt die Autohäuser im Gegensatz zu anderen Herstellern selbst. Für Deutschland sind auf der Website über 20 Verkaufs-Standorte aufgeführt. 

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