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Nach massivem Protest
Tönnies tritt von Schalke-Ämtern zurück

"Schalke ist kein Schlachthof. Gegen die Zerlegung unseres Vereins", protestierten 1000 Schalke-Fans am letzten Bundesliga-Spieltag. Drei Tage später tritt der Schalke-Boss von allen Ämtern zurück.

Text: W&V Redaktion

30. Juni 2020

Hat den FC Schalke 19 Jahre lang wie ein Patriarch geführt: Clemens Tönnies.
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Die Ära Clemens Tönnies beim FC Schalke 04 ist beendet. Der langjährige Aufsichtsratschef tritt beim sportlich und wirtschaftlich in Not geratenen Fußball-Bundesligisten mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern zurück. Der Revierclub bestätigte am Dienstag entsprechende Meldungen von "Bild" und "Kicker".

Der umstrittene Fleischfabrikant reagierte damit offenbar auf den gestiegenen Druck. Am vergangenen Wochenende hatten Schalke-Fans mit einer Protestaktion gegen den langjährigen Vereinsboss Aufsehen erregt. Schon im vergangenen Jahr hatte Tönnies den Großteil der Schalke-Fans mit seinen Äußerungen zu Afrikanern verärgert, die als rassistisch ausgelegt wurden.

Tönnies war seit 1994 Mitglied im Kontrollgremium des Clubs und stand diesem seit 2001 vor. Doch die sportlichen und wirtschaftlichen Probleme des Vereins wurden in den vergangenen Jahren immer größer. Nach 16 sieglosen Spielen in Serie beendete Schalke die aktuelle Saison nur auf Rang zwölf. Schon vor der Corona-Krise wuchsen die Verbindlichkeiten auf fast 200 Millionen Euro an. In seiner Not soll der Club eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen beantragt haben, um den Fortbestand zu sichern. Vor zwei Tagen einigte sich die Vereinsspitze auf eine künftige Gehaltsobergrenze für Vertragsspieler. (dpa/mw)

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