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CES
Toyota baut die Stadt der Zukunft

Modernste Technologie trifft auf Holz und Sonnenenergie: Toyota will in Japan ein lebendiges Labor für das künftige Stadtleben aufbauen. In der Modell-Metropole sollen zunächst bis zu 2.000 Menschen Platz finden.

Text: W&V Redaktion

7. Januar 2020

In der Modell-Metropole werden unterschiedliche Zukunftstechnologien mit einbezogen.
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Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Toyota baut seine Vision davon auf einem 175 Hektar großen Gelände am japanischen Mount Fuji. In der Modell-Metropole unter dem Projektnamen "Woven City" (deutsch: gewebte Stadt) soll ein vollständig vernetztes Ökosystem entstehen, das Wasserstoff betriebene Brennstoffe nutzt.

Das lebendige Labor - das Toyota auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt hat - soll neben normalen Einwohnern auch Forscher beherbergen, die vor Ort Technologien wie Autonomie, Robotik, persönliche Mobilität, Smart Home und Künstliche Intelligenz (KI) in realer Umgebung entwickeln. Auch an der Zusammenarbeit mit weiteren kommerziellen und akademischen Partnern ist der Autobauer interessiert.

Im Projekt sieht Akio Toyoda, Präsident der Toyota Motor Corporation, eine Spielwiese für Zukunftstechnologien samt einem digitalen Betriebssystems für die Infrastruktur der Stadt. "Mit Menschen, Gebäuden und Fahrzeugen, die alle miteinander verbunden sind und über Daten und Sensoren kommunizieren, werden wir in der Lage sein, die vernetzte KI-Technologie zu testen - sowohl im virtuellen als auch im physischen Bereich."

Spatenstich für Anfang 2021 geplant

Entwerfen darf die Stadt der Zukunft der dänische Architekt Bjarke Ingels, CEO der Bjarke Ingels Group (BIG). Sein Team hat bereits das Two World Trade Center in New York und den neuen Hauptsitz von Google entworfen. "Wir freuen uns darauf, mit der Umsetzung von Akios Vision zu beginnen“, sagt Ingels. "Ein Projekt dieser Größenordnung wird unser bisher ehrgeizigstes Projekt." Vor Ort finden zunächst bis zu 2000 Menschen Platz, deren Zahl im Laufe der Zeit sukzessive ausgebaut werden kann. Der Spatenstich für die Modell-Metropole ist für Anfang 2021 geplant. 

Im Masterplan der Stadt vorgesehen sind drei unterschiedliche Straßentypen: Neben Strecken für schnellere Fahrzeuge gibt es Abschnitte für einen Mix aus niedrigerer Geschwindigkeit, persönlicher Mobilität und Fußgängern sowie für eine Promenade, die für Fußgängern bestimmt ist. Auf den Hauptverkehrsstraßen unterwegs sind autonom fahrende, emissionsfreie Fahrzeuge unterwegs, um die Bewohner zu befördern. Die Toyota E-Palette wird für den Transport und die Warenauslieferung sowie für den mobilen Einzelhandel eingesetzt.

Die nachhaltigen aus Holz bestehenden Gebäude haben Photovoltaik-Anlagen, um Solarstrom zusätzlich zur Stromerzeugung durch Wasserstoff-Brennstoffzellen zu nutzen. Die Wohnungen werden mit den neuesten Assistenztechnologien wie In-Home-Robotik ausgestattet, um Menschen zu unterstützen. Sensorbasierte künstliche Intelligenz soll den Gesundheitszustand der Bewohner überprüfen und das tägliche Leben verbessern.


Autor: Irmela Schwab

ist Autorin bei W&V. Die studierte Germanistin interessiert sich besonders dafür, wie digitale Technologien Marketing und Medien verändern. Dazu reist sie regelmäßig in die USA und ist auf Events wie South by Southwest oder der CES anzutreffen. Zur Entspannung macht sie Yoga und geht an der Isar und in den Bergen spazieren.

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