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Otto Group
Turbulente Zeiten nach langer Erfolgsserie

Zum zehnten Mal hintereinander konnte die Otto Group ihren Umsatz im Vorjahr steigern. Welche Auswirkungen die Coronakrise auf die weitere Geschäftsentwicklung haben wird, ist allerdings komplett ungewiss. 

Text: W&V Redaktion

2. April 2020

Otto sieht sich für die Corona-Krise gut gewappnet.
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Das vergangene Jahr verlief für die Otto Group erfolgreich. Im Geschäftsjahr, das am 29. Februar endete, verzeichnete der Online-Händler eine Umsatzsteigerung um etwa neun Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Etwa 7,5 Millionen Kundinnen und Kunden zählt das Hamburger Unternehmen derzeit, die Kundenzahl wuchs damit um sieben Prozent. Auf dem falschen Fuß hat Corona die Otto Group dagegen nicht erwischt: "Wir haben bereits vor einigen Jahren die technischen und kulturellen Voraussetzungen für vernetztes, agiles und mobiles Arbeiten geschaffen, was sich aktuell auszahlt", sagt Marc Opelt, Vorsitzender des Otto-Bereichsvorstands. Der Geschäftsbetrieb und die Belieferung der Kunden laufe sehr stabil, obwohl sich die Arbeitsabläufe stark geändert hätten und über 3000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf Homeoffice umgestiegen sind.

Ob sich die Zahlen angesichts der unmittelbar nach Start des neuen Geschäftsjahres Fahrt aufnehmenden Corona-Krise weiter so positiv entwickeln werden, sei derzeit, so Otto in einer Pressemitteilung, allerdings "seriös nicht möglich." Zu ungewiss sind die Folgen der Verwerfungen in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Um gut durch die Krise zu kommen und die Arbeitsplätze mittel- und langfristig zu sichern, würden derzeit verschiedene budgetäre sowie organisatorische Maßnahmen umgesetzt, zu denen eine Anpassung von Ordern, Sortimenten sowie Marketingmaßnahmen gehören. Dazu würden Projekte gestoppt, die das Geschäft nicht direkt beeinflussen und Neueinstellungen sind vorerst auf Eis gelegt. Und schließlich würde, so Otto, auch das Instrument der Kurzarbeit in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat geprüft. Marc Opelt: "Wir tun alles dafür, um am Ende gestärkt aus dieser für uns alle unbekannten Situation und hoffentlich einmaligen Krise hervorzugehen. Prinzipiell sind wir auch für schwierige Zeiten wie diese gut gerüstet und übernehmen Verantwortung."       

Bürostuhl und Drucker statt Bikini 

Was die Verkäufe betrifft, so liegen ansonsten um diese Jahreszeit stark nachgefragte Artikel wie Frühjahrs-, Sommer- und Bademode bei Otto derzeit erwartungsgemäß deutlich unter Plan. Andere Artikel wie etwa Elektronik, Haushaltsgeräte, Spielekonsolen oder Einrichtungsgegenstände verkaufen sich dagegen besser als gewohnt. Viel höher als sonst ist nach Otto-Angaben auch die Nachfrage nach Kosmetik- und Körperpflege-Produkten, nach Selbstbräuner-Sprays, nach Solarien, und auch nach Bart- und Haarschneidern. Sportgeräte wie Hanteln verkaufen sich sechsmal besser als üblich und Produkte für das Home-Office wie Bürostühle, Webcams oder Drucker verzeichnen ebenso eine Verdoppelung wie Gesellschaftsspiele. Weitere Erfolgsprodukte sind laut Otto Gefriergeräte, Wandfarbe, Backautomaten, Fernseher und Fieberthermometer.

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