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Einzelhandelskrieg
Unilever und Kaufland streiten weiter

Keine Einigung: Schon mehrere Monate ringen Unilever und Kaufland um eine Lösung, aber der Streit um die Einkaufspreise geht weiter.

Text: W&V Redaktion

29. Oktober 2018

EIgenmarken wie Bevola werden jetzt stärker fokussiert.
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Im Streit um die Einkaufspreise zwischen der Supermarktkette Kaufland und dem Konsumgüterhersteller Unilever ist kein Ende in Sicht. Es sei nicht auszuschließen, dass sich der Fall noch weit in das nächste Jahr hineinziehen könnte, sagte der Unilever-Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Ulli Gritzuhn, der "Welt". "Ich kann nicht von weißem Rauch reden." Eine Kaufland-Sprecherin sagte der Zeitung: "Wir stehen nach wie vor mit Unilever in Kontakt und sind offen für konstruktive Gespräche."

Kaufland hatte im September rund 480 Produkte des Unilever-Konzerns aus den Regalen genommen. Die Supermarktkette begründete das damit, dass Unilever die Lieferpreise kurzfristig drastisch erhöht habe. Betroffen sind Angaben von Kaufland zufolge unter anderem Marken wie Knorr, Langnese, Lipton oder Axe. Auch in Tschechien, der Slowakei, Polen, Rumänien und Bulgarien gibt es einen Bestellstopp für einige Unilever-Produkte.

"Das ist eine neue Stufe bei derartigen Auseinandersetzungen und wird als Druckmittel gegen uns eingesetzt", sagte Gritzuhn der "Welt". "Fast alle Lebensmitteleinzelhändler gehen mit der Erwartung und Forderung in die jährlichen Verhandlungen, dass die Preise sinken."

Erst im Frühjahr war ein ähnlicher Streit zwischen Nestlé und Edeka hochgekocht. Edeka hatte 200 verschiedene Marken des Nestlé-Konzerns, darunter Maggi und Nescafé aus dem Sortiment genommen, um Nestlé zu Zugeständnissen zu bewegen. Im Mai dann hatten sich nach mehreren Monaten der Auseinandersetzungen die Handelspartner geeinigt.

W&V-Redaktion/dpa

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