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Seenotrettung
Unterwasserrequiem für die Ertrinkenden

Mit einer außergewöhnlichen Aktion erinnert das Bündnis United4Rescue an all die Menschen, die auf ihrer Flucht nach Europa ertrinken. Dafür spielen sie die Europahymne als Requiem - unter Wasser.

Text: W&V Redaktion

16. November 2020

Spielen normalerweise in Wassertanks: Between Music
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Genug ist genug. United4Rescue will mit der Kampagne "Drowned Requiem" die Menschen aufrütteln. Dafür lässt sie eigens die dänische Künstlergruppe Between Music die Europahymne "Ode an die Freude" am Grund des Mittelmeers spielen und zwar als Totenmusik. Kreation und Produktion stammen von Philipp und Keuntje. PR, Social Media und Influencer-Einbindung von Fischer-Appelt, zu denen Philipp und Keuntje gehören.

Das Video wird am 15. November europaweit veröffentlicht, zeitgleich mit einer Spendenkampagne für den Kauf und Umbau des neuen Rettungsschiffes "SEA-EYE 4". Außerdem appelliert United4Rescue mit einer Petition an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, das Sterben auf dem Mittelmeer zu beenden und sich für staatliche Seenotrettung einzusetzen.

Alle schauen nur zu

Noch immer sterben Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer. Und Europa? Schaue zu, macht die Grenzen dicht und ignoriere die Pflicht zur Seenotrettung, so die Organisation. Schlimmer noch: Die zivile Seenotrettung werde daran gehindert, Menschenleben zu retten. Fünf Rettungsschiffe würden aktuell unter fadenscheinigen Begründungen festgehalten, so United4Rescue.

Und das, obwohl Seenotrettung eigentlich eine staatliche Aufgabe sei und alle europäischen Mitgliedsstaaten sich vertraglich zur Wahrung der Menschenrechte und humanitärer Werte verpflichtet hätten, klagt das Rettungsbündnis.

"Wir wollen nicht länger gleichgültig und tatenlos zusehen, wie das Mittelmeer zum Massengrab wird. Darum gedenken wir mit diesem Requiem all der toten Geflüchteten. Mit jedem toten Menschen im Mittelmeer gehen auch unsere europäischen Werte unter! Und gleichzeitig wollen wir alles unternehmen, um weiteres Sterben zu verhindern. Wir schicken noch ein Schiff", sagt Sandra Bils, Gründungsmitglied von United4Rescue.

Die Europahymne als Totenarie

Die dänische Künstlergruppe Between Music steht seit jeher für innovative Performancekunst. Für ihre Konzerte tauchen die Musiker:innen normalerweise in gläserne Wassertanks. Die Aktion im Mittelmeer war für sie eine Premiere. Um auf dem Meeresgrund Beethovens "Ode an die Freude" spielen zu können, bedarf es spezieller Unterwasserinstrumente.

In Zusammenarbeit mit Instrumentenbauern, Wissenschaftlerinnen und Tauchern ist ein außergewöhnliches Quintett entstanden: ein Kristallophon (gespielt von Laila Skovmand), eine Rotacorda (Nanna Bech), ein Schlagzeug (Morten Poulsen), Klangschalen (Moran le Bars) sowie eine Carbon-Violine (Robert Karlsson). Außerdem entwickelte Between Music für ihre Musik eine eigene Unterwasser-Gesangstechnik.

United4Rescue ist ein Bündnis zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Das Bündnis vereint mehr als 660 große und kleine Organisationen, Initiativen, Unternehmen, Vereine und Stiftungen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Bekannte Bündnispartner sind der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), World Vision Deutschland, fritz-kola, der Koordinierungsrat der Muslime und die Evangelische Kirche in Deutschland.


Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.

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