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IAA in der Krise
VDA-Präsident Bernhard Mattes schmeißt hin

Deutschlands oberster Auto-Lobbyist, VDA-Präsident Bernhard Mattes, hat auf der Frankfurter IAA überraschend seinen Rücktritt zum Jahresende bekanntgegeben. Für den Automobilverband kommt das ziemlich ungelegen.

Text: W&V Redaktion

13. September 2019

Scheidender VDA-Präsident: Bernhard Mattes auf der IAA-Eröffnungspressekonferenz.
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Am Donnerstag hat er noch gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die IAA in Frankfurt eröffnet. Doch am Abend des ersten Messetages gab Bernhard Mattes dann seinen Rücktritt als Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zum Jahresende bekannt. Er werde sich neuen Aufgaben widmen.

Das kam für viele überraschend, auch wenn unter Branchenkennern und Messebesuchern seit Tagen Gerüchte zu hören waren, dass einige Autohersteller mit Mattes an der VDA-Spitze nicht zufrieden seien. Er sei in Brüssel und Berlin nicht genug vernetzt, hieß es, und habe deshalb zu wenig Einfluss. Der "Spiegel" spekulierte vor Tagen bereits über den bisherigen EU-Kommissar Günther Oettinger als möglichen "Nachfolger" für den in die Kritik geratenen VDA-Chef.

Dass er noch auf der IAA das Handtuch wirft, hatte wohl niemand erwartet. Vielleicht auch, weil der ehemalige Ford-Deutschlandchef so kurz wie selten einer vor ihm das Amt des Präsidenten beim VDA bekleidete.

IAA in der Krise

Zudem kommt sein Rücktritt auf der IAA zu einem ungünstigen Zeitpunkt, wird momentan im VDA doch auch über die Zukunft der Autofachmesse diskutiert, die der Verband veranstaltet. Man versuchte in diesem Jahr die IAA von einer Ausstellung zu einer Plattform für die Branche zu wandeln und ihr so wieder Aufwind zu geben.

Doch auch das konnte nicht überzeugen. "Die IAA 2019 ist ein großer Reinfall. Sie ist ein trauriger Schatten ihrer selbst. Eine IAA 2021 wird es nicht geben", sagt Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann nach seinem Messebesuch. Die IAA bilde nicht die gesamte Branche ab.

Würde sich die Messe aus Frankfurt als Veranstaltungsort zurückziehen, wäre das ein herber Schlag für die Stadt, ist die IAA doch die größte Messe, die in der Finanzmetropole stattfindet. Zu guten Zeiten kamen mehr als eine Million Besucher, die der Stadt, den Hotels und der Gastronomie Einnahmen brachten, auf die man dann verzichten müsste. Ob Günther Oettinger das richten kann?

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