Anzeige

Deutscher Werberat
Vom Werberat gerügtes Motiv erneut plakatiert

Die öffentliche Rüge ist die schärfste "Sanktion" des Deutschen Werberats: Doch wie stumpf dieses Schwert ist, zeigt ein Fall aus Bayern. Ein vor vier Jahren gerügtes Motiv wird seither laufend weiterhin plakatiert.

Text: W&V Redaktion

28. August 2020

Anzeige

Über den aktuellen Fall berichtet unter anderem BR24. Demnach hängt das Großflächenplakat mit leichtbekleideter Frau und diskriminierendem Spruch seit zwei Monaten an einer vielbefahrenen Straße der oberbayerischen Kreisstadt Altötting.

Absender der Werbung ist die Firma Brunner Haustechnik aus Massing. Laut BR hängt der Inhaber Thomas Brunner das Plakat seit fünf Jahren regelmäßig auf, obwohl es 2016 vom Werberat als "sexistisch und Frauen diskriminierend" gerügt wurde.

Das Feedback zu seinen Plakaten sei bislang "fast nur positiv gewesen", sagte der Heizungsbauer, der die Aufregung nicht verstehen kann, dem Bayerischen Rundfunk. Zuvor hatte sich die Vorsitzende der Altöttinger Frauen-Union (CSU) wegen des Motivs bei ihm beschwert.

Der BR fragte daraufhin beim Deutschen Werberat nach: Die Firma aus Massing gehöre zu den seltenen Fällen von Unternehmen, die sich außerhalb der von der Werbewirtschaft gesetzten Regeln bewegen und auf ihrer frauenherabwürdigenden Werbung beharren, hieß es dort.

Aber es gibt Hoffnung: Das Plakat soll laut Brunner tatsächlich bald umgeändert werden. Aber nicht etwa wegen der Rüge, sondern weil nach fünf Jahren Plakatierung schlicht fast keine Exemplare mehr übrig sind. An diesem Freitag komme das Plakat in Altötting ohnehin weg.

Das kann sich der Werberat aber nicht auf seine Fahnen schreiben.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.


Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

Anzeige