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Corona-Aufreger
Vorwerk zahlte Mitarbeitern Corona-Prämie

Während andere Unternehmen dazu ermahnen, zu Hause zu bleiben, macht Thermomix-Hersteller Vorwerk genau das Gegenteil und bietet seinen Mitarbeitern sogar eine Extra-Prämie, wenn sie weiter hausieren gehen.

Text: W&V Redaktion

17. März 2020

Vorwerk-Mitarbeiter sollen in der Corona-Krise weiter Staubsauger verkaufen.
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Für einen handfesten Skandal sorgte am Wochenende ein internes Papier, das bei der Firma Vorwerk aufgetaucht war. Wie Business Insider berichtete, bot der Hersteller von Staubsaugern und dem berühmten Thermomix dem Schreiben zufolge seinen Mitarbeitern eine Sonderprämie, wenn sie weiter Klingeln putzen würden.

50 Euro mehr für jeden verkauften Staubsauger

Der Direktvertrieb bildet beim Wuppertaler Unternehmen nach wie vor den Geschäftsschwerpunkt. Besonders brisant ist jedoch, dass zu den Kunden der Verkaufsvertreter vor allem ältere Menschen zählen, die wiederum als besondere Risikogruppe des Corona-Virus gelten.

Während also die meisten Firmen in ganz Deutschland dazu mahnen, zu Hause zu bleiben und den Kontakt mit Risikogruppen zu vermeiden, macht Vorwerk genau das Gegenteil und bietet seinen Direktvertrieblern sogar noch einen Anreiz, so viele potentielle Kunden wie möglich aufzusuchen. 50 Euro Sonderprämie zahlt der für die Staubsauger-Sparte zuständige Deutschland-Chef Martin Eckert seinen Mitarbeitern.

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Staubsauger-Chef spricht Hochachtung für die Leistung der letzten Wochen aus

Gezahlt werden soll dies Corona-Prämie für jedes verkaufte Produkt, zunächst bis 29. März. Verbunden ist die Mitteilung mit lobenden Worten: "Die Verbreitung des Coronavirus beschäftigt aktuell viele Menschen. Auch wenn der Direktvertrieb im Vergleich zum öffentlichen Raum einen sehr sicheren Verkaufskanal darstellt, sind uns die besonderen Umstände, unter denen Sie ihr tägliches Geschäft derzeit vorantreiben, bewusst. Hochachtung für Ihre Leistung in den letzten Wochen!"

Die Antwort von Vorwerk lässt auf sich warten

Laut Business-Insider seien die Mitarbeiter jedoch höchst entsetzt gewesen. Auf Anfrage des Magazins erklärte ein Vorwerk-Sprecher am Montag, den 16. März, dass man die Regelung überarbeiten wolle. Das PDF ging erst am Freitag den 13. Märs raus und damit zu einem Zeitpunkt, an dem die bundesweiten Empfehlungen und Maßnahmen schon so massiv verschärft wurden, dass mittlerweile allen der Ernst der Lage klar sein sollte. 

Mittlerweile empören sich die Menschen auch auf Twitter über das Wuppertaler Unternehmen.

Auch SPD-Politikerin Saskia Esken ist fassungslos über die Verantwortungslosigkeit der Vorwerk-Gruppe.

Laut einem Tweet versprach das Unternehmen Ressortleiter Lars Petersen schon gestern Mittag, dass die Antwort in ein paar Minuten kommen werde. Doch auf dem Vorwerk-Twitter-Account ist es erstaunlich ruhig.

Hier geht es zur Kopie des Schreibens.

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