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Drogeriemarkt
Warum die neue dm-Marke 183 Days heftig kritisiert wird

Mangelnde Produktqualität, fehlende Nachhaltigkeit - Beautyblogger und Zielgruppe finden das Konzept der neuen Eigenmarke nicht stimmig.

Text: W&V Redaktion

7. September 2018

Niedlich, aber nicht nachhaltig: Bei der neuen dm-Marke 183 Days muss nachgebessert werden.
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Im August begann in den Märkten der Drogeriekette dm der Rollout der neuen Marke 183 Days. Der Anspruch des Labels, eine Submarke des ebenfalls hauseigenen Labels Trend it Up, ist ambitioniert: Innovative Kosmetikprodukte für relativ kleines Geld, die nur immer ein halbes Jahr (183 Tage, daher der Name) in den Filialen zu finden sein sollen. Nach diesem Zeitraum wird das Sortiment komplett ausgetauscht, neue Produkte wandern in die Regale.

Große Teile der Zielgruppe und auch viele Blogger und Influencer sind indes von diesem Konzept bislang nicht komplett überzeugt. Kritisiert werden sowohl viele Produkte als auch die Idee, sie zeitlich nur sehr begrenzt anzubieten. "Ich möchte mich nicht in ein Produkt verlieben, das es dann nicht mehr nachzukaufen gibt", ist einer der am häufigsten genannten Aspekte. Mögliche Folge: "Wenn ich weiß, dass ich etwas sowieso bald nicht mehr kaufen kann, probiere ich es vielleicht gar nicht erst", gibt etwa die Beauty-Bloggerin Lieselotte Vera Schwenke in ihrem Blog Lieselotteloves zu bedenken.

Auch Youtuberinnen sind nicht extrem begeistert:

Die künstliche Verknappung könnte auch zu einem anderen Extrem führen, glauben andere: Man kauft von einem Lieblings-Produkt soviel wie möglich auf, um es doch längere Zeit benutzen zu können. Die Kehrseite: Wer es nicht schafft, alles rechtzeitig vor dem Verfallsdatum aufzubrauchen, muss die verdorbene Ware womöglich wegwerfen. Nachhaltig? Nicht wirklich.

Auch einige Produkte der neuen Theke sorgen nicht gerade für Begeisterungsstürme. "Die totale Lachnummer sind die Bronzer-Sonst-was-Sprays. Badezimmer und Haare werden gleich mit eingenebelt. Wie kommt man auf so einen Schwachsinn?" empört sich eine Kommentatorin. Andere kritisieren die sehr hohe Ähnlichkeit bei der Verpackung einiger Sprays und Lipbalms mit bekannten koreanischen Kosmetikmarken wie etwa Tony Moly.

P2 wird schmerzlich vermisst

In den Kommentarspalten der Beauty-Youtuber häuft sich außerdem das Bedauern vieler Kundinnen über das Verschwinden der Marke, die dem neuen Label Platz machen musste: Die ehemalige dm-Eigenmarke P2 Cosmetics, die 2015 an den österreichischen Kosmetikkonzern Maesa verkauft wurde, wird in den Filialen nun nicht mehr zu finden sein.

Es sieht also momentan eher nach einem holprigen Start für 183 Days aus. Aber vielleicht hilft das Konzept ja auch dieser Hinsicht: Wenn die Produktpalette in sechs Monaten wieder ausgetauscht wird, kann dm vieles justieren – und Produkte anbieten, die bei den Kosmetikfans vielleicht besser ankommen.  

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