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Klenke als Schwingen-Nachfolger
Warum es für den neuen Telekom-Markenchef nicht leicht wird

Zum 1. April verlässt Markenchef Hans-Christian Schwingen die Telekom - nach über zwölf Jahren. Sein Nachfolger wird Ulrich Klenke, der zuletzt als Berater für Volkswagen im Einsatz war.

Text: W&V Redaktion

9. Januar 2020

Hans-Christian Schwingen (l.) übergibt Ulrich Klenke die Aufgabe als Telekom-Markenchef.
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Paukenschlag bei der Telekom: Nach über zwölf Jahren verlässt Markenchef Hans-Christian Schwingen (53) das Bonner Unternehmen. Wohin er geht, lässt Schwingen offen: "Getreu dem Motto, dass man eine Party verlassen soll, wenn es am schönsten ist, ist es für mich nach über zwölf Jahren bei der Deutschen Telekom nun soweit, etwas Neues anzugehen. Bevor ich mir darüber intensiv Gedanken machen kann, muss ich mit dem Alten erst abgeschlossen haben."

Bei der Telekom hatte Schwingen erheblichen Anteil an der Neupositionierung der Marke und der Bündelung der Markenaktivitäten von T-Home, T-Mobile und T-Online unter der internationalen Dachmarke "T". Erst 2016 erhielt Schwingen die Auszeichnung als "CMO of the Year", weil er, so die Jury damals, einen wesentlich Beitrag geleistet habe, die Telekom in einer schwierigen Entwicklungszeit zur wertvollsten Telekommunikationsmarke Europas zu machen.

Ehemaliger Ogilvy-Chef als Nachfolger   

Mit Schwingen geht also ein echtes Schwergewicht von Bord. In seine Fußstapfen tritt mit Ulrich Klenke ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt. In den zwanzig Jahren, seit er in der Markenkommunikation unterwegs ist, war er unter anderem für Daimler sowie von 2007 bis 2015 als CMO für die Deutsche Bahn tätig. Davor leitete er zwei Jahre lang die Geschäfte von DDB Berlin. Nach seiner Zeit bei der Bahn wurde er CEO von Ogilvy Germany. Vor gut zwei Jahren verließ er die Networkagentur und wurde Senior Marketing Associate bei Volkswagen. 

Warum es für Klenke nicht einfach wird

Als Schwingen vor zwölf Jahren seinen Posten bei der Telekom antrat, sah sich der Konzern in der Rolle des Prügelknaben. Die Lage damals war vergleichbar mit der heutigen Situation bei der Bahn. Über den miesen Service bei der Telekom zu schimpfen, war eine Art Volkssport geworden. Das hat sich - relativ bald nach Schwingens Amtsantritt - spürbar gedreht. Mittlerweile ist die Telekom zu einer positiven "Erlebnismarke" geworden. Angesichts dieses Turnarounds wird es nicht leicht für Klenke, sich zu profilieren und aus Schwingens Schatten zu treten.

"Mein Konzept wird eine agile Markenführung sein, mit dem Ziel, digitalen Optimismus zu etablieren und die Menschen emotional zu berühren", sagt Klenke. "Dafür ist es notwendig, bestehende Strukturen zu überdenken, schnell und integriert zu agieren und konsequente Kundenorientierung zu leben."

Am 1. April darf Klenke gleich loslegen.

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