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Nach Ansicht von Hermann Wala
Warum True Fruits alles richtig macht

"Sexistisch", "rassistisch", "diskriminierend" - die Werbung von True Fruits hat viele erzürnt. Unterstützung erhält der Smoothie-Hersteller jetzt von "Bilanz"-Kolumnist Hermann Wala.

Text: W&V Redaktion

18. Oktober 2019

Ein Plakatmotiv, das 2017 teilweise verboten wurde.
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"Ohnehin mögen wir keine Werbung und wir finden es albern, den Leuten das eigene Produkt aufzudrängen", sagte Marco Knauf, Gründer und CEO von True Fruits vor zwei Jahren. 2019 ist True Fruits schließlich endgültig zum Enfant Terrible der deutschen Markenwelt mutiert. Die polarisierende Markenstrategie des Smoothie-Herstellers mündete im August in einer offiziellen Rüge des Werberats. Nach Ansicht des Gremiums war das Reklame-Motiv für die Sorte "Sun Creamie" eine Provokation zu viel.

Die Werbung sei  "vulgär und "herabwürdigend", hieß es. Sie zeigte einen ejakulierenden Penis - aufgemalt mit Sonnencreme auf einen Frauen- bzw. Männerrücken. In den sozialen Medien folgte der obligatorische Shitstorm. Zuletzt schaltete sich Autorin Charlotte Roche ein und rief zum Boykott der Getränke auf

Für die einen ist die Kommunikation von True Fruits sexistisch, diskriminierend und skandalös, für die anderen ist sie authentisch, mutig und nicht zuletzt hoch-effektiv. Zu letzterem Meinungsspektrum gehört der Markenexperte und "Bilanz"-Kolumnist Hermann Wala. In einem Kommentar in der "Welt" bricht Wala eine Lanze für die Marketing-Verantwortlichen des Bonner Unternehmens. 

Der Werbefachmann wünscht sich nach eigener Aussage "authentische, persönliche und echte" Marken. Diese Attribute erfülle True Fruits, weil es auf Normen und Gesetzmäßigkeiten pfeife. Wala gibt zu, dass das 2006 gegründete Start-up manchmal über das Ziel hinaus schieße. Dies sei jedoch einem Lernprozess geschuldet.

Überhaupt gebe der Erfolg der Marke recht. Während die Konkurrenz viel Geld in austauschbare "Hochglanzwerbung" investiere, reiche dem Getränkehersteller ein Instagram-Post, um in Erinnerung zu bleiben.

Für Wala sei True Fruits gar ein "Glücksfall für die Branche", die sich seiner Meinung nach wünscht, aus dem Marketing-Einmaleins auszubrechen. Denn es langweile, immer wieder dieselben Phrasen von "Qualität" und "Dynamik" zu hören. True Fruits hingegen verlasse die Komfortzone. 

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