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Joint Venture
Was Coca-Cola, Bitburger und Krombacher mit der neuen Marke Kollex vorhaben

Die Digitalisierung macht's möglich: Sie bringt Coca-Cola, Bitburger und Krombacher an einen Tisch. Mit dem Joint Venture Kollex wollen sie einen Onlineshop für Gastronomie und Großhandel aufbauen.

Text: W&V Redaktion

5. September 2018

Die neue Bestell-Plattform für Hotels und Gastwirte.
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Was Experten schon lange gebetsmühlenartig wiederholen, meist aber aus kleingeistigem Kästchendenken unterbleibt, wird nun wahr: Mehrere Unternehmen, eigentlich Konkurrenten, schließen sich zusammen, um mithilfe einer digitalen Plattform für mehr Umsatz und vor allem leichtere Abläufe zu sorgen. Eine Win-Win-Win-Situation also, denn bei Kollex handelt es sich um den gleichberechtigten Zusammenschluss dreier Unternehmen aus der Getränkebranche: die Bitburger Braugruppe, Coca-Cola European Partners Deutschland und die Krombacher Brauerei. In den kommenden Jahren wollen sie einen zweistelligen Millionenbetrag in den Aufbau von Kollex investieren.

Kollex bringt das Onlineshoppen ins B-to-B-Geschäft zwischen den Gastronomie-Kunden und dem Getränkefachgroßhandel (GFGH). Bislang hatten hier die Faxe Vorrang. Demnächst können Hotels, Restaurants und Cafés über die Plattform die Angebote aller teilnehmenden Großhändler sichten und daraus rund um die Uhr online bestellen, selbstverständlich nicht nur Coca-Cola-, Krombacher- und Bitburger-Produkte, sondern alle Getränke aus dem Sortiment.

Der Markt hat durchaus Gewicht: Der Umsatz der Getränkefachgroßhändler beläuft sich auf um die 10 Mrd. Euro im Jahr (2016). Der Zugang zur Plattform ist kostenfrei, in Zukunft will das Joint Venture über Mehrwertdienste Geld verdienen. Das könnten etwa vollautomatische Absatzprognosen nach Wetter oder Saison sein oder Serviceleistungen rund um das Sortiment und fachlicher Content.

Das neue Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin. Bis zum Jahresende will es auf etwa 25 Mitarbeiter wachsen.  Als Geschäftsführer übernimmt Udo Kießlich. Der 40-Jährige ist Partner bei der Unternehmensberatung Etribes, die vor allem Startups aus den Bereichen E-FMCG, E-Food und Logistik zu ihren Kunden zählt. Zuvor war Kießlich Geschäftsführer bei Allyouneed Fresh, dem Lebensmittel-Lieferdienst der Deutschen Post. Kießlich hat sich sehr intensiv mit dem Online-Lebensmittelhandel beschäftigt. Das lässt sich hier und hier im Kassenzone-Podcast nachhören. Unter den stationären Händlern hat es ihm derzeit Douglas angetan

"Bei der Digitalisierung im Außer-Haus-Markt wird Kollex ein starker Partner sein. Wir entwickeln unsere Services in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden, denn unser Ziel ist eine langfristige Partnerschaft mit praxistauglichen Lösungen", so Kießlich zu seiner neuen Aufgabe.

Darum heißt das Joint Venture Kollex

Wichtig war allen Beteiligten ein einfacher und eingängiger Name, den man sich gut merken kann und zu dem es keine Verwechslungsgefahr gibt. Mit dem Namen Kollex greifen die Partner auf eine Bezeichnung zurück, die zur Zeit des Königreichs Preußen gang und gäbe war, zumindest im Osten des Reichs. Dort nannte man einen fliegenden Händler so. Dieser zog von Ort zu Ort und verkaufte Ware an die Bevölkerung. "Der Kollex war ein gern gesehener Geselle, weil er interessante Angebote vorrätig hatte und stets die neusten Informationen aus dem Umland weitergab", begründen die Partner die Namensgebung.

Was jetzt ansteht

Erste Pilotprojekte sind bereits für Ende 2018 geplant. Über die nächsten Monate will Kießlich zusammen mit einer Digitalagentur den Shop (Frontend und Backend) entwickeln und testen. Die Endauswahl und die Vertragsverhandlung sind noch nicht abgeschlossen.

Mitreden sollen dabei auch die Partner-GFGHs. Ziel ist eine nutzerfreundliche, digitale Plattform für den Getränkefachgroßhandel und seine gewerblichen Kunden. Zukünftig können Gastronomen alle Produkte aus dem Sortiment der teilnehmenden GFGH-Kunden einfach online bestellen und weitere digitale Zusatzservices nutzen. Durch den Einsatz neuer, digitaler Lösungen soll der interne Bestellprozess des GFGH-Kunden vereinfacht und beschleunigt werden. Fehleranfällige Prozesse in der bisherigen Abwicklung, z.B. die manuelle Übertragung von Daten, werden systematisch verringert. Dies spart allen Beteiligten Zeit und Kosten. Gleichzeitig ermöglicht die Plattform dem GFGH, in Echtzeit alle Bestellungen rund um die Uhr im Überblick zu haben und Verkaufsaktionen zielgerichtet durchzuführen. Die neue Plattform von Kollex wird mehrsprachig sowohl für Smartphone und Tablets als auch über alle gängigen Web-Browser verfügbar sein.

Die Pilotprojekte dienen als Grundlage für die weitere Plattformentwicklung und den bundesweiten Rollout, der für das erste Halbjahr 2019 geplant ist.

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