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Markenrecht
Wegen Brexit boomen britische Markenanmeldungen

Nach dem Brexit werden EU-Markenrechte in Großbritannien ungültig. Immer mehr Unternehmen melden ihre Marken deshalb zusätzlich in London an.

Text: W&V Redaktion

20. August 2018

Der Brexit 2019 hat auch Folgen für Marketing und Werbung
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Wegen des bevorstehenden Brexits boomen die Markenanmeldungen in Großbritannien. Das Intellectual Property Office (IPO) in London zählte 2017 23 Prozent mehr Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr, hat die Düsseldorfer Agentur Nomen recherchiert. Jede zehnte davon stammt inzwischen aus dem Ausland.

Die Markenartikler bereiten sich für die Zeit nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union vor. Denn ab Ende März 2019 gilt wahrscheinlich der europäische Markenschutz auf der Insel nicht mehr. „Offensichtlich befolgen immer mehr Unternehmen den Rat der Europäischen Kommission, ihre Markennamen in Großbritannien zusätzlich abzusichern“, sagt Sybille Kircher, Geschäftsführerin der auf Markennamensrechte spezialisierten Agentur Nomen aus Düsseldorf. „Denn eingetragene Unionsmarken werden nach jetzigem Stand nach dem 30. März 2019 oder spätestens nach einer Übergangszeit ihre Gültigkeit in Großbritannien verlieren“.

Großbritannien wird "für Markenartikler unattraktiver"

Auch das Deutsche Patent- und Markenamt warnt vor den Folgen des Brexits: „Abhängig davon, ob zwischen der EU und Großbritannien ein Abkommen zur Regelung der Modalitäten des Austritts abgeschlossen wird, können nach dem Austritt aus einer Unionsmarke in Großbritannien keine Rechte mehr geltend gemacht werden“, heißt es im Geschäftsbericht der Markenbehörde. „Daher lohnt sich für Unternehmen die Investition in eine separate britische Markenanmeldung“, rät Nomen-Chefin Kircher.

Mit einer so genannten Unionsmarke können Unternehmen Markenschutz für sämtliche 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union erwerben. Wenn künftig für Großbritannien eine zusätzliche nationale Anmeldung erforderlich werde, mache das „den Markenaufbau im Vereinigten Königreich zukünftig sicher nicht leichter“, glaubt Kircher. Der Standort werde „für Markenartikler unattraktiver“.

Die Folgen des Brexit für die Werbe- und Marketingbranche hat W&V in einer großen Titelgeschichte analysiert.

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