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Einzelhandel
Weihnachtsgeschäft knackt 100-Milliarden-Euro-Schwelle

Der Handelsverband Deutschland rechnet damit, dass die Umsätze im Weihnachtsgeschäft erstmals über 100 Milliarden Euro liegen. Kunden sollten vor allem beim Online-Shopping wachsam bleiben.

Text: W&V Redaktion

14. November 2018

Der Handelsverband erhöht Jahresprognose auf Umsatzplus von 2,3 Prozent.
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Der Einzelhandelsumsatz 2018 wird nach neuen Schätzungen 525 Milliarden Euro betragen. Umsatztreiber bleibt der E-Commerce. Die stationären Umsätze steigen um nominal 1,5 Prozent, die Onlineumsätze um 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das Weihnachtsgeschäft in den Monaten November und Dezember rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) mit einem Wachstum von zwei Prozent auf knapp mehr als 100 Milliarden Euro. Damit durchbricht der Einzelhandel erstmals die 100-Milliarden-Euro-Umsatzschwelle im Weihnachtsgeschäft.

"Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind gut, der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Deshalb wird das Umsatzplus in diesem Jahr etwas größer ausfallen, als bisher angenommen", erläutert Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE.

Allerdings zeige eine aktuelle HDE-Umfrage auch, dass die Erwartungen der Unternehmen stark auseinander gehen. So gehen kleinere Unternehmen deutlich pessimistischer in den Jahresendspurt als größere, heißt es in der Mitteilung des HDE.

Das Weihnachtsgeschäft ist die umsatzstärkste Zeit im Einzelhandel. So liegen die Umsätze in den letzten beiden Monaten des Jahres um rund 15 Prozent, in bestimmten Branchen um bis zu 100 Prozent über dem Durchschnitt der anderen Monate. Der stationäre Handel erzielt knapp 19 Prozent, der Online-Handel gut ein Viertel seines Jahresumsatzes in November und Dezember.

Kunden sind finanziell unter Druck

Aber auch die Kunden haben große Pläne zum Fest. Das zeigt eine Verbraucherbefragung des Ifes-Instituts der FOM Hochschule zum Einkaufsverhalten im Weihnachtsgeschäft, die vom HDE unterstützt wurde. Demnach will ein Viertel der Verbraucher im Weihnachtsgeschäft mehr Geld ausgeben als im Vorjahr. Fast jeder Fünfte will dagegen sparen. Im Ergebnis heißt das, dass jeder Deutsche rund 472 Euro für Weihnachtsgeschenke investieren wird. Dieser Wert liegt leicht über den 466 Euro des Vorjahres.

Einer aktuellen Studie des Cyber-Sicherheitsunternehmens McAfee zufolge, stehen zwei Drittel der deutschen Kunden gerade in der Vorweihnachtszeit unter einem erhöhten finanziellen Stress. Das wiederum führt laut McAfee zu einem äußerst risikoreichen Online-Verhalten: 49 Prozent der Befragten gaben zu, dass der finanzielle Druck sie dazu verführt beim Online-Shopping nachlässiger zu sein.

"Leider sind Verbraucher beim Online-Shopping oft mehr daran interessiert, den niedrigsten Preis zu finden, als ihre persönliche Cybersicherheit zu schützen", heißt es in einer Mitteilung. Demnach ergab die Umfrage, dass 53 Prozent der deutschen Verbraucher bereit sind, eine ihnen unbekannte Website zu nutzen, wenn sie so Geld bei ihren Einkäufen sparen können. "Noch schlimmer ist, dass mehr als ein Viertel (26 Prozent) zugibt, Links in verdächtigen E-Mails anzuklicken, wenn in diesen bessere Angebote angepriesen werden."

Allerdings: Die Deutschen sind der Studie zufolge vor allem im Vergleich zu anderen Ländern sensibler bei den Risiken des Online-Shoppings. Eine Mehrheit (53 Prozent) aller Deutschen gibt in der Umfrage an an, dass sie ihre persönlichen Daten nicht für ein gutes Geschäft preisgeben würden, und sogar nur vier Prozent würden ihre Bankverbindung riskieren.

McAfee gibt Tipps für sicheres Online Shopping:

  • Vorsicht beim WLAN: Die Nutzung von öffentlichem WLAN mag wie eine gute Idee erscheinen, aber wenn die Verbraucher nicht vorsichtig sind, könnten sie ihre persönlichen Daten oder Kreditkartendaten unwissentlich Cyberkriminellen preisgeben, die im Netzwerk schnüffeln. Wenn für Transaktionen ein öffentliches WLAN verwendet werden muss, verwenden Sie ein Virtual Private Network (VPN), um eine sichere Verbindung zu gewährleisten.
     
  • Denken Sie nach, bevor Sie klicken: Eine der einfachsten Möglichkeiten für einen Cyberkriminellen, Opfer ins Visier zu nehmen, besteht darin, Phishing-E-Mails zu verwenden, die als Urlaubseinsparungen getarnt sind. Verbraucher werden verführt, Links anzuklicken, die zu Malware führen könnten, oder gelangen auf eine gefälschte Website, die zum Diebstahl persönlicher Daten entwickelt wurde. Wenn das Geschäft zu gut erscheint, um wahr zu sein, oder die E-Mail unerwartet war, ist es immer am besten, sich direkt mit der Quelle in Verbindung zu setzen.
     
  • Browsen Sie sicher: Verwenden Sie einen umfassenden Sicherheitsschutz, der dazu beitragen kann, Geräte vor Malware, Phishing-Angriffen und anderen Bedrohungen zu schützen. 

McAfee beauftragte das Institut MSI-ACI im Oktober 2018 mit der Durchführung einer Studie unter 1.033 Erwachsenen in Deutschland im Alter zwischen 18 und 55 Jahren.

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