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Neues Filialkonzept
Wie Conrad Electronic den B2B-Handel erobern will

In München eröffnet Conrad die erste Filiale, die sich an für Handwerker, technische Dienstleister und Heimwerker-Profis richtet. Sie zeigt, wohin sich der Händler entwickeln will.

Text: W&V Redaktion

8. November 2018

Conrad feiert die Eröffnung der umgebauten Filiale mit den "Macher-Tagen" und vielen Aktionen für das B2B-Publikum.
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B2B und B2C wachsen immer stärker zusammen. Das gilt für das Marketing genauso wie für den E-Commerce und den Stationärhandel. Gerade B2B-Einkäufer wollen immer häufiger von den günstigen Preisen, wachsenden Sortimenten und den Services im Endkundengeschäft profitieren. Genau auf diese Kunden stellt sich Conrad Eletronic jetzt mit einem neuen Filialkonzept ein.

Im Münchner Norden steht die größte Filiale des Elektronikhändlers. Die 3200 Quadratmeter Ladenfläche nutzt er seit Anfang November als Pilotfiliale: Ihr Fokus sind erstmals Handwerker, technische Dienstleister und professionelle Heimwerker. Entsprechend hat Conrad das Sortiment für den professionellen Anspruch umgebaut:

Neben dem bisherigen Techniksortiment für den Privatkunden gibt es 8.000 neue Artikel für Profianwender in den Bereichen Werkzeug, Messtechnik, Installationstechnik, Netzwerktechnik, Lichttechnik für Baustellen, KFZ-Ausstattung, Smart Office sowie 3D-Druck. 

Abholstation und für Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit

Laut Jürgen Groth, Chief Sales Officer B2C, steht für den B2B-Kunden vor allem die schnelle Verfügbarkeit der Waren im Vordergrund. Deshalb hat Conrad in München-Moosach eine rund um die Uhr verfügbare Abholstation vor die Filiale gebaut. Mit einem Zugangscode kann der Kunde die zuvor bestellten Waren dort jederzeit abholen. Bei Bestellung bis 18 Uhr noch am selben Tag.

Außerdem gibt es einen Abholschalter, der ab 6:30 Uhr in der Früh geöffnet und mit einem Berater besetzt ist. Er überbrückt die Zeit bis zur Öffnung der Filiale um 9:30 Uhr, sodass Handwerker oder Dienstleister bereits vor Arbeitsbeginn wichtige Waren holen können. Beide Dienste sind für Endverbraucher und B2B-Kunden nutzbar. 

Wer bis 18 Uhr bestellt, kann seine Waren noch am selben Tag aus der Abholstation bei Conrad in München-Moosach entnehmen.

Mit zusätzlichem 2-Stunden-Lieferdienst im Umkreis, Finanzierungsservice, Geschäftskundenbetreuung der Deutschen Telekom und einem Innovation Lab für Schulungen und Präsentationen erweitert Conrad in der Münchner Filiale zusätzlich sein B2B-Angebot.

All die Neuerungen orientieren sich laut dem Oberpfälzer Unternehmen an den Kundenbedürfnissen. Die hat es im Sommer dieses Jahres in einer Kundenbefragung untersucht und nach eigenen Angaben mit dem Konzept detailliert umgesetzt. Der Endkunde bleibt trotz neuem Fokus eine wichtige Zielgruppe der Filiale, betont Jürgen Groth: "Das Profi-Equipment motiviert auch den Endkunden, sich etwas mehr zuzutrauen und hochwertigere Teile zu kaufen."

Im Conrad Innovation Lab finden in Zukunft Schulungen, Produktpräsentationen und Workshops statt.

Eine hochwertige Nische für Conrad

Im Prinzip hebt Conrad mit dieser neuen Ausrichtung den Anspruch und die Qualität des Sortiments und schafft sich somit eine neue Nische. Der Schritt ist clever, vielleicht sogar dringend notwendig, um sich von den preisgetriebenen Elektrosortimenten von Amazon, Mediamarkt oder sogar den Discountern abzuheben. 

Dass der "Tekkie" im Vordergrund steht, kommuniziert Conrad deutlich: "Wer ko, der ko! Du hast es drauf, wie haben's da." So lautet der bayerisch eingefärbte Slogan der Filiale. Entsprechenden Wert legt Conrad auf das Expertenwissen seiner Berater und stellt Services wie die 24 monatige Garantie in den Vordergrund - 36 Monate sind es mit Kundenkarte. Dafür muss der Tekkie im Zweifel etwas tiefer in die Tasche greifen. 

"Das Testen hört nicht auf"

Neu im B2B-Geschäft ist Conrad nicht. Online vertreibt der Händler auf der Geschäftskundenplattform www.conrad.biz ein stetig wachsendes Sortiment von aktuell mehr als 1,5 Mio. Produkten. Für Großkunden bietet er sogar eigene Webshopanbindungen für deren interne Procurement-Systeme an. Den Endkunden ist der Shop www.conrad.de mit 750.000 Produkten vorbehalten.

Bereits jetzt wächst Conrads B2B-Umsatz stetig und geht auf die 50 Prozent zu, bestätigt Jürgen Groth. Sein Ziel ist es, ihn deutlich größer zu machen, als den B2C-Umsatz. Das bedeutet aber nicht, dass umgehend alle Filialen zu B2B-Geschäften werden. Der Test in Moosach soll mindestens ein Jahr dauern. Und es wird nicht der letzte sein. Erst im Mai 2018 hatte Conrad einen Pilot-Store in Berlin mit dem Fokus auf Inspiration und Erlebnis eröffnet. Weitere könnten folgen, lässt Groth wissen: "Das Testen hört nicht auf."

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