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Nachhaltigkeits-Kampagne
Zalando will klimafreundlicher werden

Alle reden über den Klimaschutz. Dabei gerät der Online-Versandhandel in die Kritik. Zalando will nun seine Verpackungen wiederverwerten.

Text: W&V Redaktion

22. Mai 2019

Hauptquartier von Zalando in Berlin.
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Zum Thema Klima und Onlinehandel gibt es viele Studien - die mal den stationären, mal den Onlinehandel als klimafreundlicher sehen. Zusammenfassend lässt sich sagen: Da auch der stationäre Handel - und die Anfahrt der Kunden dorthin - CO2 verursachen, könnte der Onlinehandel trotz der Transportwege vorn liegen.

Das Aber folgt, weil die zahlreichen Rücksendungen der Kunden diese Bilanz verschlechtern. Und weil viel Verpackungsmüll anfällt, wenn Ware im Netz gekauft und dann verschickt wird. Verbessern müsste sich die CO2-Bilanz auf jeden Fall - unabhängig davon, ob sie besser oder schlechter ist als der analoge Einkauf.

Die Verpackung zum Versand kann natürlich auch Zalando nicht abschaffen. Der Onlinehändler hat aber nun angekündigt, den Versand seiner Pakete nachhaltiger zu gestalten. Durch Mehrfachverwendung.

"Wir planen einen Piloten für eine wiederverwertbaren Verpackung", sagte Uwe Streiber, Teamleiter Verpackungsmanagement bei Zalando, der Düsseldorfer Rheinischen Post (RP; Mittwochsausgabe). "Der Kunde kann den Transportträger, also den Karton oder die Versandtasche, an uns zurücksenden und wir können ihn dann erneut nutzen - und dabei gilt natürlich: je häufiger, desto besser für die Umwelt."  Der Test soll in der zweiten Jahreshälfte in mehreren Ländern starten.

Mehr Papier, weniger Plastik

Um die Umweltbelastungen durch den immer stärker werdenden Onlinehandel zusätzlich zu reduzieren, will Zalando der RP zufolge ab Juni zudem Beauty-Produkte in Recyclingpapier- statt Plastikverpackungen verschicken. In der zweiten Jahreshälfte soll es darüber hinaus Tests geben, wie sich Plastik vermeiden lässt.

"Wir wollen eine bessere Lösung als die Polybeutel finden, in denen die Kleidung heute in der Regel eingeschweißt ist", sagte Melanie Hultsch, die sich bei Zalando um das Thema Nachhaltigkeit kümmert, der Rheinischen Post. "Retournierte Artikel verpacken wir selbst wieder in Polybeutel - das ist der Hebel, an dem wir ansetzen können, indem wir zum Beispiel Papieralternativen ausprobieren oder wie schon jetzt recycelte Kunststoffe verwenden."

Diese Änderungen sollen rund 625 Tonnen an nicht recyceltem Plastik pro Jahr einsparen. Bei Zalando entfallen 13 Prozent der CO2-Emissionen auf den Bereich der Verpackung.

Auf seiner Website erklärt Zalando, Nachhaltigkeit werde "elementar für unseren Geschäftserfolg in den nächsten zehn Jahren sein" - nicht zuletzt, weil Verbraucherumfragen zeigten, dass die nachhaltigkeit von Verpackungen die Kaufentscheidung beeinflusse.  Hultsch: "Unsere Vision für das Jahr 2020 ist es, die führende Plattform für nachhaltige Mode in Europa zu werden." Das betreffe Verpackung ebenso wie Textilien.

Für das erste Quartal 2019 meldete der Konzern Anfang Mai einen Zuwachs an aktiven Kunden (auf 27,2 Millionen; +14,1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), an Website-Visits (auf 924 Millionen; +29,5%) sowie an Umsatz (1,4 Mrd.; +15,2%). Für das gesamte Jahr 2019 geht der Onlinehändler von Umsatzwachstum von rund 20 Prozent aus. (rp/sh)

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