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Coronakrise
Zara: Eine Milliarde Euro für Digitalisierung

Im zweiten Quartal realisierten die Onlineshops von Zara und den anderen Modemarken des spanischen Inditex-Konzerns ein Plus von 50 Prozent. Jetzt soll weiteres Geld fließen - in neue Läden und die Digitalisierung.

Text: W&V Redaktion

10. Juni 2020

Zara-Filiale in Brüssel.
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Der Textilhändler Inditex ist wegen der Corona-Pandemie zum Jahresauftakt erstmals seit vielen Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Die Spanier mussten zeitweise rund 6000 Läden geschlossen halten. Bis Ende Juni sollen die Geschäfte in den meisten Schlüsselmärkten aber wieder in Betrieb gehen, wie das Unternehmen zur Vorlage seiner Quartalsbilanz mitteilte. Konzernchef Pablo Isla kündigte unterdessen die Fortsetzung seines Konzernumbaus an.

Konzernchef Isla will nun bis 2022 weitere 900 Millionen Euro jährlich für den Unternehmensumbau und den Ausbau des Online-Handels in die Hand nehmen, wobei allein rund eine Milliarde Euro in den nächsten drei Jahren in die Digitalisierung fließen soll.

Der Konzern, zu dem neben der Modekette Zara noch Bekleidungsmarken wie Pull & Bear, Bershka oder Massimo Dutti gehören, investiert seit mehreren Jahren verstärkt in Premium-Lagen, den Ausbau seines Online-Handels und die Flexibilisierung der Lagertechnik.

Jedes Jahr 150 neue Filialen

Mit den nun angekündigten Investitionen soll das Filialnetz bis 2022 jährlich um rund 150 Läden wachsen, wobei auf der anderen Seite insgesamt bis zu 1200 unrentable Läden geschlossen werden sollen. Vom Online-Handel erhofft sich das Management in drei Jahren einen Beitrag von mehr als einem Viertel zum Gesamtumsatz.

Während der Corona-Pandemie waren die Online-Verkäufe des Konzerns sprunghaft angestiegen. Im besonders von der Pandemie betroffenen Monat April konnte Inditex die Umsätze im Internet nahezu verdoppeln, sodass das Onlinegeschäft auf Quartalssicht auf ein Plus von 50 Prozent kam. Da zum Abschluss des ersten Quartals aber erst 965 stationäre Filialen in 27 Märkten wieder geöffnet waren, brachen die Gesamterlöse des Konzerns im Berichtszeitraum um 44 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro ein.

Dies setzte sich im Mai noch stärker fort, als Inditex 51 Prozent der Umsätze in lokalen Währungen wegfielen. Für die Woche zwischen dem 2. und 8. Juni wies der Konzern nun aber einen Rückgang um 34 Prozent - und damit eine Verbesserung - aus.

Unter dem Strich betrug der Verlust im bis Ende April gelaufenen ersten Geschäftsquartal 409 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 734 Millionen Euro erwirtschaftet worden war. Hierzu trug auch eine Rückstellung für den weiteren Konzernumbau bei, ohne die das Minus bei 175 Millionen Euro herausgekommen wäre. Für die Spanier ist es der erste Quartalsverlust seit ihrem Börsengang im Jahr 2001.

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