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Kampagne auf Eis
Zu stürmisch: Deutsche Bahn friert Spermien-Spot ein

Der Ogilvy & Mather-Spot warb dafür, am fruchtbaren 8. Januar dank der Bahn endlich mal wieder "zusammen zu kommen". Er wurde vom Verkehrsunternehmen zurückgezogen.

Text: W&V Redaktion

4. Januar 2018

Fruchtlose Bemühungen: Die Bahn verhütet eine weitere Verbreitung des Spots.
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Das wurde den Verantwortlichen der Deutschen Bahn vermutlich doch zu heiß: Der freche Werbespot, der die Menschen dazu animieren sollte, am 8. Januar, dem "fruchtbarsten Tag des Jahres", "zusammen zu kommen", wurde auf Eis gelegt. Offizielle Begründung eines Sprechers: Schuld an der aktuellen Zurückhaltung sei der Sturm, der solche Scherze "unangemessen" mache.

Vom Wetter mal abgesehen: War vielleicht doch auch der Spot der Agentur Ogilvy & Mather zu stürmisch? Dabei kam der Clip bei den meisten Nutzern im Web gut an, viele fanden ihn witzig. Zeigen können wir ihn an dieser Stelle nicht mehr - das Video ist nicht mehr verfügbar.

Der "große Tag" fällt werblich jetzt doch aus

Die Handlung: Eizellen und Spermien werden von ihren jeweiligen Trainern mit einer emotionalen Ansprache für den "großen Tag", an dem sich potenzielle Eltern dank einer Zugfahrt endlich wieder näher kommen, fit gemacht – mit Anfeuerungsrufen wie "springt, wie Ihr noch nie gesprungen seid!"

Inspiriert wurde der Spot offensichtlich von dem Woody-Allen-Klassiker "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten", in dem ein ähnlicher Sketch enthalten ist.

Womöglich wurden den Bahn-Managern auch die Kommentare, die die Nutzer in den Social-Media-Foren zum Spot hinterließen, etwas zu viel. So machten einige (nicht ganz ernst gemeinte) Vorschläge, wie die Bahn das Angebot am 8. Januar noch verbessern könnte – beispielsweise mit mehr Zweier-Abteilen in den Zügen oder Rotlicht in den Waggons.

Allerdings wurde auch gewitzelt, dass bei der Bahn der Eisprung "garantiert verspätet" stattfinden würde. Der Erotikversand Orion bot sich zudem halb scherzhaft für eine Kooperation bei der Aktion an - was von der Bahn höflich, aber bestimmt abgelehnt wurde.

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