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Historische Kampagnen
Zum Tod von Karl Lagerfeld: Mehr Stil für die Werbewelt

Karl Lagerfeld ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Er hinterlässt nicht nur in der Modewelt eine Lücke, sondern auch in der Werbung, die er mit kreativem Stilverständnis geprägt hat.

Text: W&V Redaktion

19. Februar 2019

Karl Lagerfeld prägte das Stilbewusstsein der Deutschen.
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Karl Lagerfeld ist tot. Der Modeschöpfer und Designer hat den Geschmack in Deutschland und der Welt geprägt wie kaum ein Zweiter.

Für Jahrzehnte bestimmte er als Chefdesigner den Stil von Chanel und den guten Geschmack im allgemeinen. Das auch vor allem, weil sich der Modepapst niemals in einem kreativen Elfenbeinturm verschanzt hat, sondern sein Verständnis von Ästhetik immer und öffentlich vertreten, war immer auch eine nahbare Stil-Ikone für die Masse. Sei es 2004 bei der Entwicklung einer Lagerfeld Modelinie für H&M oder mit Kooperationen mit Puma, Svarovski oder Schwarzkopf.

Aber auch als Kopf in Werbekampagnen war das charakteristische Konterfei mit Brille und weiß gepuderter Frisur oft zu sehen. Dabei stand er nicht nur für Luxusmarken vor der Kamera, sondern auch für die Marken der Masse. Hauptsache, es ging um außergewöhnliches Stilbewusstsein. Legendär beispielsweise ist die Volkswagen-Kampagne, in der Karl Lagerfeld über die Laufsteg-Qualitäten der neuen Golf-Modelle philosophiert:

VW war nicht der einzige Autokunde von Lagerfeld. Für einen Opel Corsa-Kalender fotografierte Lagerfeld seine geliebte Katze Choupette. Hier ein Making-of-Video:

Lagerfeld stand aber auch für Sky vor der Kamera.

Allerdings blieb bei Sky das Publikum eher skeptisch wegen des Markenfits. Passgenauer verlief die Kampagne für Coca Cola Light, für die Lagerfeld eine Flasche in einer Limited Edition entwarf:

Den Dünkel seiner Branche, die ihm die Zusammenarbeit mit H&M sicherlich verübelt hat, hat er in einem eigenen Spot sogar thematisiert. Darin lästern zwei Modezaren kopfschüttelnd darüber, dass Lagerfeld für H&M nicht nur auch Männermode entwerfe, sondern eben auch "billige" Klamotten. Doch Karl Lagerfeld entgegnet den Kritikern mit seiner gesamten Autorität lediglich: "Es geht nicht um billig, sondern um Stil."

Dabei stand Lagerfeld oftmals nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera, als Regisseur oder Fotograf, und definierte so seine Interpretation von Schönheit. So zum Beispiel auch für seine Mode-Heimat Chanel mit einem Dreh mit Geraldine Chaplin, Cara Delivingne und Pharrell Williams:

Auch für Langneses Magnum-Eis verdingte sich Lagerfeld als Regisseur:

Sogar für das französische Verkehrsministerium ließ er sich ablichten. Dieses Mal in einem ungewöhnlichen Outfit - einer Sicherheitsweste. "Sie ist gelb, sie ist hässlich, sie passt zu nichts, aber sie hilft, Leben zu retten."

Ganz nebenbei hat der Modeschöpfer, der neben Chanel auch für Fendi und Hogan entworfen hat, natürlich für seine eigene Modemarke "Karl  Lagerfeld", die er 2011 ins Leben gerufen hatte, Werbung produziert:

Der kreative Output war kaum zu bremsen. Auch mit der Kosmetikmarke Schwarzkopf war der Modezar verbandelt, ebenso mit Swaor, schoss Fotoserien für den "Playboy", entwarf einen Steiff-Teddy und trieb die eigene Modemarke voran.

Schon im Januar war Karl Lagerfeld nicht zu den Modeschauen von Chanel nicht mehr erschienen. Am Dienstag hat das Modehaus nun mitgeteilt, dass er 85-jährig gestorben sei.

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