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Studie
2019: "Größte Entlassungswelle für Journalisten seit Jahren"

Düstere Aussichten: Weil viele Publisher feststellen, dass sie mit ihren digitalen Abo-Modellen an eine Grenze kommen, werden zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen.

Text: W&V Redaktion

14. Januar 2019

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Strukturelle Veränderungen im Medienbereich, die bereits zu erheblichen Rückgängen bei den Werbeerlösen geführt haben, werden dieses Jahr den Journalismus weiter schwächen. Deutlich werde zudem, dass neue Erlösquellen wie Digital-Abonnements nur begrenzt für einen Ausgleich sorgen können. Angesichts dieser Trends sei es wahrscheinlich, dass es 2019 zur "größten Entlassungswelle für Journalisten seit Jahren" komme.

Dies die düstere Einschätzung der Studie "Journalism, Media, and Technology Trends and Predictions 2019" des britischen Forschungszentrums Reuters Institute for the Study of Journalism. Befragt wurden hierfür 200 Führungskräfte im Digitalbereich – CEOs, Digitalchefs und Chefredakteure – in 30 Ländern, unter anderem in Großbritannien, Deutschland und den USA.

Danach stehen für mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) Abo- und Mitgliedschafts-Modelle im Fokus ihrer Bemühungen, 2019 die Erlöse zu steigern. Nur 27 Prozent setzen vor allem auf Display-Werbung, acht Prozent auf Content-Marketing und sieben Prozent auf Spenden und freiwillige Nutzerzahlungen.

Trotz der weiterhin hohen Zuwachsraten bei der Onlinewerbung bleibt laut der Studie nur wenig davon bei den Publishern hängen. Denn große Plattformen wie Google und Facebook haben einen weit größeren Nutzerkreis, können die User gezielter ansprechen und den Werbekunden günstigere Bedingungen anbieten.

Konsumenten-Widerstand gegen Bezahlschranken

Probleme sieht die Studie aber auch im Hoffnungsträger vieler Publisher: der Paywall. Denn hier erwarten die Studienautoren einen beträchtlichen Widerstand der Konsumenten: "Unsere Untersuchungen legen nahe, dass in den meisten Ländern nur eine kleine Minderheit bereit ist, für ein Digital-Abonnement zu zahlen."

Und weiter: "Ein News-Abonnement erscheint im Vergleich zu Netflix oder Spotify bereits als teuer, von zwei oder drei Abonnements mal ganz abgesehen. Kurzum: Paywalls könnten zu einer wachsenden Verärgerung der Konsumenten führen und vielen Menschen einen weiteren Grund liefern, auf Nachrichten ganz zu verzichten."

Zugleich erwarten die Studienautoren eine zunehmende Nutzung von "Subscription Blockers" – Software oder Browser-Erweiterungen wie Unpaywall, die bestehende Bezahlschranken umgehen.

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