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Audio-Reichweiten
Antenne Bayern ist erneut MA Audio-Verlierer

Die Arbeitsgemeinschaft Mediaanalyse (AGMA) legt die aktuellen Daten zur Audionutzung in Deutschland, die MA 2020 Audio II vor. Erstmals werden auch Podcasts erfasst. Nur noch zwei Sender erreichen über eine Millionen Hörer.

Text: W&V Redaktion

15. Juli 2020

MA Audio 2020 II erfasst erstmals auch Podcast-Nutzung
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Zu beachten bei den aktuellen Zahlen ist, dass die aktuelle MA Audio nur die ersten zwei Wochen der Corona-Pandemie erfasst. "Da in die Frühjahrserhebung bis Ende März nur zwei Corona-Wochen fielen, gibt es erwartungsgemäß keinen Sondereffekt in den Daten aus insgesamt 28 Erhebungswochen. Hinzu kommt, dass sich eine steigende Nutzung im Streaming-Bereich, wie sie die MA IP Audio dokumentiert hat, und ein leichter Rückgang beim Hören im Autoradio durch Lockdown und Home Office aktuell die Waage gehalten haben könnten", sagt Jan Isenbart, Vorstand Radio/Audio der Agma.

Mehr Online-Audio während Corona-Zeitraum

Da die Reichweitenerfassung vor dem Corona-Shutdown stattfand, hat die MA IP Audio im Zeitraum von März bis Mai eine Sonderauswertung für die Online-Reichweiten vorgelegt. Demnach stiegen im März die Sessionabrufe um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im April stiegen die Sessions um 39 Prozent und der Mai brachte ein Plus von 32 Prozent im Jahresvergleich. Besonders die Simulcast-Angebote der großen Sender waren beliebt. Im April wurden die UKW-Programme digital doppelt so viel abgerufen wie im Vorjahr. "Einen verlässlichen und vertrauenswürdigen Begleiter gerade in unsicheren Zeiten zu haben, ist den Menschen wichtig und das Belegen die Zahlen eindrucksvoll", sagt Grit Leithäuser, Geschäftsführerin der Gattungsplattform Radiozentrale. 

Erstmalig auch Podcast-Erfassung in der MA Audio

Die aktuelle Erhebungswelle der MA Audio II erfasst erstmals auch die Podcast-Nutzung.  Demnach haben 22,3 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung schon einmal Podcast genutzt, wobei ein Drittel (33,5 Prozent) der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schon einmal Podcasts gehört hat.

Das sind die Eckdaten der aktuellen MA 2020 Audio II 

53 Millionen Menschen hören täglich Radio, sei es über UKW, Online oder DAB+, - mit 0,7 Prozent minimal weniger als im Vergleichszeitraum der MA Audio I 2020 im April. Die stärksten Hörerverluste muss die Altersgruppe 14 bis 29 Jahre hinnehmen mit minus 3,8 Prozent. Aber immer noch hören neun Millionen (62 Prozent) der unter 30 Jährigen täglich Radio. Der Großteil mit 8,8 Millionen über UKW, zwei Millionen hören Online Audio, 0,8 Millionen DAB+. Den größten Höreranteil macht weiterhin die Gruppe 50+ aus mit über 28 Millionen Hörern. Die durchschnittliche Verweildauer liegt mit 254 Minuten bei über vier Stunden, zwei Minuten weniger als im Vergleichszeitraum.

Zuwachs bei Online-Audio und DAB+

Bei Online-Audio zeigt sich ein deutlicher Zuwachs um über zehn Prozent auf 6,5 Millionen Nutzer. Besonders die älteren Altersgruppen haben hier zugelegt: 25 Prozent Plus bei den über 60-Jährigen und 14 Prozent Plus bei den über 50-Jährigen. Beide Zielgruppen gehen aber von verhältnismäßig niedrigen Hörerzahlen aus, so dass noch viel Platz nach oben ist. Die Verweildauer liegt im Durchschnitt bei 94 Minuten täglich. Über den digitalen Übertragungsweg DAB+ hören knapp sechs Millionen Hörer Audio. Auch hier gab es eine Steigerung um 14 Prozent. Der Verbreitungsweg DAB+ wird insbesondere in der Zielgruppe der 30- bis 59-Jährigen genutzt.

Das sind die Gewinner und Verlierer der MA Audio II 2020

Größter Verlierer und größter Gewinner sind die selben Sender wie in der Frühjahrserhebung: Die stärksten Verluste muss Antenne Bayern hinnehmen, größter Gewinner ist wieder Radio Bob. Antenne Bayern verliert 91 000 Hörer pro Stunde werktags, das sind zehn Prozent weniger als in der Frühjahrserhebung. Damit hören noch 805 000 Hörer den Privatsender. Aber auch die öffentlich-rechtlichen in Deutschlands Süden verlieren: Bayern 1 mit minus 37 000 Hörer (1,1 Mio.) und Bayern 3 mit minus 86 000 Hörern (728 000). Nur Bayern 2 kann 13 000 Hörer gewinnen (156 000). 

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Radio NRW und Bayern 1 sind die letzten Reichweitenmillionäre

Größter Sender ist der Mantelprogrammanbieter Radio NRW mit 1,5 Millionen Hörern und einem Plus von 23 000 Hörern. Neben Bayern 1 der letzte verbleibenden Reichweitenmillionär. "Das sind sehr erfreuliche Zahlen in schwierigen Zeiten. Ich danke dem gesamten Team des NRW-Lokalfunks herzlich für diese gute und geschlossene Mannschaftsleistung. Die Corona-Pandemie hat alles auf den Kopf gestellt und in den letzten Monaten von allen Beteiligten ein großes Maß an Flexibilität und Akzeptanz gefordert. Schon jetzt kann ich sagen, dass das im NRW-Lokalfunk bisher vorbildlich gelungen ist. Gerade in diesen Zeiten ist es besonders wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen, Kompetenzen bündeln und das Beste aus den stark veränderten Rahmenbedingungen machen", so Sven Thölen, Geschäftsführer des Rahmenprogammanbieters Radio NRW.

MA-Gewinner ist wieder Radio Bob

Den stärksten Zuwachs mit plus 88 000 Hörern konnte aber Radio Bob verzeichnen auf knapp 400 000 Hörern. Das entspricht einem Plus von 29 Prozent. 


Autor: Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.

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