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Digitalmedien
Apple News+ in Großbritannien gestartet

Bauer Media UK stellt 29 Magazine in den digitalen Kiosk des US-Konzerns ein. Auch die "Times" und die "Sunday Times" von News UK sind mit dabei.

Text: W&V Redaktion

14. Oktober 2019

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Nach dem Launch in den USA und Kanada im März dieses Jahres hat Apple jetzt seinen digitalen Kiosk News+ auch in Großbritannien und Australien auf den Markt gebracht. Mit dabei sind erneut die Verlage Bauer Media sowie News Corporation, die beide bereits Launchpartner in Nordamerika waren.

Bauer Media UK, die britische Tochter des Hamburger Medienkonzerns, stellt gleich 29 Magazine in den digitalen Kiosk ein, darunter die Frauentitel Grazia, Heat und Closer sowie das Filmmagazin Empire und das Special-Interest-Blatt Car. News UK, die britische Zeitungstochter der News Corporation, steuert The Times und die Sunday Times bei sowie deren Magazine.

Apple News+ sei "ein spannender neuer Distributionskanal für die Publikationen der Bauer Media Group", heißt es in einer Unternehmensmitteilung, "mit dem das Wachstum bei den Digital-first-Lesern für den Verlag nutzbar gemacht werden kann." Bauer kündigte zugleich an, dass der Verlag beim internationalen Rollout des digitalen Kiosks weitere Titel einbringen werde.

Nicht alle Verlage sehen das Angebot so positiv wie Bauer und die News Corp., die in den USA beispielsweise das Wall Street Journal über News+ anbietet. Mark Thompson, CEO der New York Times, hatte die Verlage Anfang des Jahres sogar vor einer Teilnahme gewarnt. In einem Angebot mit Hunderten verschiedener Zeitungs- und Magazintitel, so Thompson, würden die einzelnen Titel ihre Sichtbarkeit und ihren besonderen Stellenwert verlieren.

Kannibalisierung des eigenen Digitalgeschäfts

Das Abonnement von News+ kostet in den USA monatlich 9,99 Dollar, ein Großteil davon – die Rede ist von bis zu 50 Prozent – fließt allerdings in die Kasse von Apple. Ein weiterer Grund, weshalb viele Verlage davor zurückschrecken, ihre Titel einzustellen. Sie befürchten, ihr eigenes Digitalgeschäft zu beschädigen. So ist auch die Washington Post nicht auf News+ vertreten.

Dennoch umfasste das Launch-Angebot in Nordamerika etwa 300 Titel, darunter Vogue und Wired von Condé Nast sowie Esquire und Cosmopolitan des Verlags Hearst. Der Start verlief allerdings holprig: So hieß es, dass News+ ein noch "unfertiges Produkt" sei und nicht das Niveau anderer Apps von Apple erreiche.

Unklar ist weiterhin, wann Apple News+ auch in Deutschland gelauncht wird. Bislang zeigten sich die deutschen Verleger eher kritisch. "Apple will sich als Mittelsmann zwischen die Verlage und die Leser schieben. Der Kundenkontakt wird indirekt, die Daten bleiben bei Apple, die Markenangebote werden atomisiert und 50 Prozent vom Umsatz sind wohl abzugeben. Das mutet fast absurd an", sagte beispielsweise Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, im März dieses Jahres zum Start von News+.   

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