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Serien-Offensive
ARD zieht positive Bilanz für Babylon Berlin

Die Quoten im linearen TV waren zwar mäßig. Die bislang über zehn Millionen Abrufe in der Mediathek sind aber als Erfolg zu werten. Und als Indiz, dass diese Art von Serie eher im Streaming funktioniert.

Text: W&V Redaktion

23. Oktober 2020

"Babylon Berlin"-Stars: Liv Lisa Fries und Volker Bruch.
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Am 22. Oktober strahlte die ARD das Finale der dritten Staffel von "Babylon Berlin" aus. Und auch wenn die Quoten der linearen TV-Ausstrahlung im Ersten wohl nicht die Erwartung des Senders erfüllt haben, zeigt man sich dort zufrieden. Ein klassisches TV-Erlebnis ist die Serie, die zusammen mit Sky Deutschland produziert wird, inzwischen wohl nicht mehr: Zum Staffelfinale schalteten rund 2,9 Millionen Seher ab drei Jahren ein – was seinen Marktanteil von knapp unter zehn Prozent entspricht. Bei den 14- bis 49-Jährgen waren es sogar nur rund fünf Prozent.

Das große Aber: "Babylon Berlin" ist eines jener TV-Angebote, die vom Publikum lieber gestreamt werden. Das zeigen im konkreten Fall auch die Zahlen der ARD-Mediathek: Bis zum 21. Oktober 2020 wurden 10,2 Millionen Videoabrufe dafür registriert. Rund neun Millionen Zuschauer sahen mindestens eine Folge im Ersten. Die durchschnittliche Reichweite der zwölf Folgen lag bei 3,34 Millionen Sehern. Und das wird wohl noch mehr: Alle drei Staffeln der Serie stehen noch bis zum 21. Januar 2021 in der ARD-Mediathek zum Abruf bereit.

Die Fortsetzung ist in Arbeit

Die positive Resonanz trägt auch dazu bei, dass es weitergeht: Die Dreharbeiten für die 4. Staffel beginnen im Frühjahr 2021 in Berlin. Auch, weil sich "Babylon Berlin" zum internationalen Verkaufsschlager entwickelt, so Christine Strobl, Geschäftsführerin ARD Degeto und designierte Programmdirektorin der ARD: "Wir sind sehr stolz auf diese erfolgreiche Serie, die dank der ausgewiesenen Qualität und den internationalen Verkäufen in 140 Länder eine so große nationale und internationale Strahlkraft entfaltet hat."

Auch in der Content-Planung der ARD ist "Babylon Berlin" ein wichtiger Baustein, so Florian Hager, Channel Manager ARD-Mediathek: "Von 'Babylon Berlin' hatten wir uns viel versprochen, und die Erwartungen sind noch übertroffen worden. Die neue Staffel ist wichtiger Teil der Serienoffensive in der ARD-Mediathek und trifft eins zu eins den Geschmack der Streamer."


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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