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UK-Lokalzeitungskrise
Ausverkauf: Alle Titel müssen raus

In Großbritannien stehen die rund 200 Lokalzeitungen des Verlags JPI Media zum Verkauf. Eine Hiobsbotschaft für die rund 2.000 Mitarbeiter.

Text: W&V Redaktion

9. Juli 2019

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Radikaler Schnitt: Der britische Lokal- und Regionalzeitungsverlag JPI Media (früher: Johnston Press) bietet offensichtlich sein gesamtes Titelportfolio zum Verkauf an. Darunter auch die Flaggschifftitel The Scotsman und The Yorkshire Post sowie die erst 2016 für 24 Millionen Pfund erworbene überregionale Kompaktzeitung i.

Johnston Press hatte Ende vergangenen Jahres Konkurs angemeldet. Kurz darauf wurde der Verlag von der neugegründeten Holding JPI Media übernommen. Dabei handelt es sich um ein Konsortium bisheriger Gläubiger des Verlags – der US-Investmentfirmen Carval, Fidelity, Benefit Street Partners und Goldentree Asset Management.

JPI Media mit Sitz in London und offiziellem Geschäftssitz in Edinburg gibt in Großbritannien mehr als 200 lokale Tages- und Wochenzeitungen heraus. Laut Sky News, das zuerst über die Verkaufspläne berichtete, ist die Deadline für die erste Runde der Titel-Auktion am Montag abgelaufen. Organisiert wird der Verkaufsprozess von der Londoner Investmentfirma Stella EOC.

Als potenzielle Käufer gelten der belgische Zeitungsverlag Mediahuis (De Standaard), der erst kürzlich die Übernahme des irischen Verlags Independent News & Media angekündigt hat, sowie die britischen Lokalzeitungsverlage Archant und Newsquest.

Weite Konsolidierung notwendig

"Wir glauben, dass sich unsere Branche derzeit grundlegend verändert", heißt es in einer Stellungnahme von JPI Media. "Und wir sind nicht immun gegen die aktuellen Trends bei der Nachrichtennutzung, bei der Zunahme digitaler News-Angebote sowie beim Rückgang der Werbe- und Vertriebserlöse im Print-Bereich." Bei der britischen Regional- und Lokalpresse sei eine weitere Konsolidierung notwendig, so JPI Media weiter.

Seit die US-Investmentfirmen das Ruder bei dem Zeitungsverlag übernommen haben, wurden in Großbritannien bereits 13 JPI-Titel eingestellt und rund 70 Arbeitsplätze abgebaut. Dennoch beschäftigt JPI derzeit noch insgesamt etwa 2.000 Mitarbeiter.  

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