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Musikwettbewerb
Bedroht Corona jetzt auch den Eurovision Song Contest?

Verschieben oder gar absagen? Eine britische Universitäts-Dozentin macht einen Alternativ-Vorschlag: Der Wettbewerb könnte ihrer Meinung nach zu einem Onlineformat umgewandelt werden.

Text: W&V Redaktion

2. März 2020

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Nachdem vergangene Woche unter anderem der Genfer Autosalon sowie die Tourismus-Börse ITB in Berlin abgesagt wurden und Gesundheitsexperten derzeit einen Verzicht auf internationale Großveranstaltungen empfehlen, gerät jetzt auch der 65. Eurovision Song Contest in den Blick.

Das insgesamt fünftägige Event ist für den Zeitraum vom 12. bis 16. Mai geplant, also in elf Wochen. Der weltweit größte Musikwettbewerb mit Teilnehmern aus 41 Ländern soll dieses Jahr in der Ahoj Arena in Rotterdam stattfinden, die Platz für rund 16.000 Personen bietet und damit zu den größten Mehrzweckhallen der Niederlande zählt.

"Der Coronavirus ist in den Niederlanden aufgetreten", heißt es auf der Website des Veranstaltungskomplexes. "Als internationale Event-Einrichtung verfolgen wir selbstverständlich genau die Entwicklung." Das Management der Ahoj Arena sei in Kontakt mit den verantwortlichen Behörden und folge in seinen Entscheidungen den Richtlinien der RIVM, einer unabhängigen Einrichtung des niederländischen Gesundheitsministeriums, sowie des öffentlichen Gesundheitsdienstes GGD.

Der Eurovision Song Contest und das Coronavirus

"Angesichts des Ausbruchs und der weiteren Verbreitung des Coronavirus erhebt sich die Frage nach der Sicherheit des Wettbewerbs", erklärte jetzt Libby Carter, Dozentin für Event, Venue and Experience Management an der Birmingham City University. Ihrer Meinung nach ist es denkbar, dass die Veranstaltung verschoben oder ganz abgesagt wird. Dies aber, so die Dozentin, sei ein großes Problem für die niederländische Wirtschaft sowie für die zahlreichen beteiligten Fernsehsender.

Sie selbst wartet laut dem Branchendienst Advanced Television mit einem Alternativ-Vorschlag auf: "Angesichts der Mitwirkung der Fernsehsender wäre es vielleicht angebracht, eher über ein Onlineformat nachzudenken." Dabei könnten die Wettbewerbsteilnehmer in einem Studio in ihrem jeweiligen Heimatland auftreten. Da es andererseits aber der Kern der Veranstaltung sei, Menschen verschiedener Kulturen zusammenzubringen, sei dies ein Dilemma, mit dem sich die Eurovisions-Organisatoren in den kommenden Wochen auseinanderzusetzen hätten, so Carter.

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Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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