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Medienkonzern
Bertelsmann kauft RTL-Aktien in kleinem Stil

Pläne, die RTL Group komplett zu übernehmen, gebe es aber ebensowenig wie einen damit eventuell zusammenhängenden Rückzug von der Börse, so der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe.

Text: Anonymous User

17. Februar 2020

Thomas Rabe fordert mehr Freiheiten für die hiesigen TV-Konzerne.
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Der Medienkonzern Bertelsmann stockt auf – und zwar seine Anteile an der RTL Group: "Wir haben vor einigen Monaten entschieden, die Anteile aufzustocken, seither kaufen wir Aktien, nicht mit großen Stückzahlen, sondern im kleinen Stil", so der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).

Pläne, die Gruppe komplett zu übernehmen, gebe es aber nicht, auch eine damit eventuell verbundene Entscheidung, sie von der Börse zu nehmen, sei kein Thema. Rabe: "Die RTL Group ist und bleibt ein eigenständiges Unternehmen." Aktuell hält Bertelsmann als Mehrheitsgesellschafter rund 75 Prozent der Aktien der RTL Group. Deren Portfolio umfasst rund 60 Sender, darunter RTL, RTLzwei, SuperRTL, ntv und Vox. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz – bis auf 0,8 Prozent, die die RTL Group selbst hält.

"Nationale Champions"

Rabe fordert in dem Interview außerdem eine Deregulierung des hiesigen TV-Geschäfts. "Es ist außerordentlich wichtig, dass sinnvolle Kooperationen, auch größere Zusammenschlüsse zugelassen werden, um nationale Champions, etwa im Fernsehbereich zu schaffen", so der  Bertelsmann-Manager. Das sei vor allem im Hinblick auf die Marktmacht und Konkurrenz großer US-Konzerne wie Facebook wichtig.

Den Wettbewerber ProSiebenSat.1 würde er in diesem Zusammenhang durchaus übernehmen wollen. Das ist zwar derzeit aufgrund der kartellrechtlichen Regelungen nicht möglich – der Markt reagierte auf derlei Gedankenspiele dennoch positiv: Die Aktienkurse der RTL Group und auch der von ProSiebenSat.1 legten zum Wochenstart zu.

Klimaneutral bis 2030

Der Bertelsmann-Konzern kündigte außerdem an, bis 2030 komplett klimaneutral zu werden. Bis dahin will das Unternehmen die Treibhausgasemissionen, die an seinen Standorten durch die Mobilität seiner Mitarbeiter und durch die Herstellung der eigenen Produkte entstehen, um 50 Prozent im Vergleich zu 2018 reduzieren. Damals lagen die Emissionen bei einer Million Tonnen CO2.

Schaffen wollen die Gütersloher das unter anderem mit Maßnahmen wie der Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom, die Installation weiterer Solaranlagen, eine Verbesserung der Energieeffizienz und die Nutzung alternativer Mobilitätskonzepte. Darüber hinaus sollen weitere Emissionen aus der Lieferkette von Print- und Digitalprodukten in Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern reduziert werden.

Rabe: "In unserer Planung gehen wir davon aus, dass einzelne Geschäftsbereiche das Ziel Klimaneutralität schneller erreichen werden als andere. Erste Einheiten, beispielsweise das Corporate Center in Gütersloh, werden bereits in diesem Jahr klimaneutral werden, andere in den Folgejahren."
 


Autor: W&V Redaktion

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