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Bester Umsatz seit 2007
Bertelsmann treibt Digitalerlöse auf 50 Prozent

Mehr organisches Wachstum, mehr Digitalbusiness, mehr Internationalität – der Medienkonzern Bertelsmann gibt sich zuversichtlich.

Text: W&V Redaktion

26. März 2019

Das Management (v.l.n.r.): Markus Dohle (Vorstandsmitglied, CEO Penguim Random House), Karin Schlautmann (Ltg Unernehmenskommunikation), Thomas Rabe (CEO Bertelsmann), Bernd Hirsch (Finanzvorstand), Immanuel Hermreck (Personalvorstand)
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Beginnen wir doch mal mit Michelle. Nicht mit RTL, Gruner + Jahr und all den anderen Nebensächlichkeiten des Bertelsmann-Imperiums, nein, Michelle Obama scheint es zu sein, die das Management von Bertelsmann verzaubert hat, schließlich hat sie auch einen beeindruckenden Job gemacht: Beinahe zehn Millionen Exemplare ihres Buches "Becoming" wurden bisher in 58 Ländern verkauft, "es hat das Potenzial, die größte Memoir aller Zeiten zu werden", sagt Vorstandsmitglied Markus Dohle, der für das Buchgeschäft verantwortlich zeichnet.

Wo genau die Benchmark für das erfolgreichste Memoir liegt, weiß niemand so genau, das ist aber auch am Ende egal, mehr als Michelle geht im Buchgeschäft kaum. Dann kommt – wenn alles gut geht – zum Jahresende noch Baracks Werk hinzu. Penguin Random House war so schlau, einen Paketdeal abzuschließen. Und so hofft Dohle, dass sich das Buch des ehemaligen US-Präsidenten ebensogut verkauft, "das würde sicher auch die Beiden freuen".

Höchster Umsatz seit 2007

RTL und Gruner sollen hier nicht klein geredet werden. Im Gegenteil, der Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann, Thomas Rabe, kann sich freuen, dass er keinen akuten Redebedarf hat, über diese beiden Konzerne innerhalb des Großkonzerns zu reden.

Denn das Geschäft scheint an allen Fronten zu laufen: Der Umsatz von Bertelsmann ist auf 17,7 Milliarden Euro gestiegen, das sei der höchste Wert seit 2007. Das Ergebnis liegt zum vierten Mal in Reihe bei über einer Milliarde Euro. Sechs Milliarden Euro nennt Rabe als Ausgaben für Kreativinhalte – allein für das vergangene Jahr.

Wichtigste Message aber ist, dass der Anteil des Digitalgeschäfts auf ziemlich genau 50 Prozent angestiegen ist. Vom Ergebnis her. Da digitale Business gehört zu einer der vier Stoßrichtungen, die Bertelsmann laut Rabe verfolgt. Neben der digitalen Transformation sind das die Stärkung der Kerngeschäfte, der Auf- und Ausbau von Wachstumsplattformen sowie, ganz wichtig, die Expansion in Wachstumsregionen.

Im Fokus, so Rabe, "steht die Stärkung unserer Technologie-Kompetenzen, vor allem in den Bereichen Cloud, Data und Künstliche Intelligenz". Kein Wunder also, dass Bertelsmann am Vortag erst eine Aus- und Weiterbildungsoffensive dazu angekündigt hat, nicht nur für eigene Mitarbeiter.

Wie es fürs TV läuft

Gehen wir doch noch ein bisschen auf die RTL Group ein. Ist mit einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro ja auch kein kleiner Player. Um 2,1 Prozent ist der Umsatz gestiegen, trotz negativer Wechselkurseffekte, wie es heißt. Der Digitalumsatz, der u.a. VoD-Angebote und Adtech-Geschäfte umfasst, erhöhte sich auf 985 Mio. Euro, das sind 15,1 Prozent des Gesamtumsatzes von RTL (Vorjahr: 13 Prozent).

Der Umsatz von Gruner + Jahr sank insgesamt auf 1,4 Milliarden Euro, allerdings sei Bertelsmann mit den Geschäften in Deutschland und Frankreich zufrieden. Hierzulande legte die Gruppe sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis zu, was vor allem am wachsenden Digitalgeschäft liegt.

Insgesamt peilt Bertelsmann nun 20 Milliarden Euro Umsatz an - bei einem Wachstum von jährlich möglicherweise gut 3 Prozent ist die Marke in zwei bis drei Jahren erreichbar. 

Was für gigantische Zahlen. Daneben sehen die 10 Millionen verkauften Bücher von Michelle fast schon niedlich aus.

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