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Neue Bertelsmann Content Alliance
Bertelsmann vernetzt Inhalte, RTL baut um

Die neue Bertelsmann Content Alliance soll für mehr inhaltliche Kooperation zwischen RTL, G+J oder auch UFA sorgen. Derweil geht offenbar RTL-Chef Frank Hoffmann.

Text: W&V Redaktion

29. Januar 2019

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe vernetzt die Inhalteproduzenten des Konzerns stärker.
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Bei Bertelsmann geht der Umbau rege weiter. Jetzt verkünden die Gütersloher einen stärkere Kooperation aller Inhalte-Geschäfte und starten die Bertelsmann Content Alliance in Deutschland.

Die neue Einheit steuert ab dem 1. Februar die Zusammenarbeit aller Inhaltegeschäfte des internationalen Konzerns in Deutschland: Mediengruppe RTL Deutschland, RTL Radio, die TV-Produktionsfirma UFA, die Verlagsgruppe Random House, Gruner + Jahr sowie das Musikunternehmen BMG. "Bertelsmann verfolgt das Ziel, bereichsübergreifend gemeinsame Formate zu entwickeln und zu vermarkten und damit umfassende Angebote für Kreative zu schaffen", heißt es.

Vorsitzende des Boards der Bertelsmann Content Alliance wird Julia Jäkel, die neben dieser neuen Rolle weiter CEO von G+J bleibt. Dem Gremium gehören darüber hinaus alle Geschäftsführer der deutschen Inhaltegeschäfte von Bertelsmann an: Bernd Reichart, seit Jahresstart in Nachfolge von Anke Schäferkordt Chef der Mediengruppe RTL Deutschland, Nico Hofmann (UFA), Stephan Schmitter (RTL Radio Deutschland), Thomas Rathnow (Verlagsgruppe Random House), Stephan Schäfer (Gruner + Jahr) sowie Hartwig Masuch und Dominique Kulling (beide BMG).

Die unternehmerische Eigenständigkeit der jeweiligen Geschäfte sowie die journalistische und verlegerische Unabhängigkeit sollen laut Mitteilung vom Dienstag von der Bertelsmann Content Alliance unberührt bleiben.

Das Ziel der Bertelsmann Content Alliance

Mit der neuen Bertelsmann Content Alliance will der Konzern an die "erfolgreiche Arbeit" der Ad Alliance anknüpfen, die seit 2017 die Kompetenzen der hauseigenen Vermarkter wie IP Deutschland und G+J EMS für Werbekunden und Mediaagenturen bündelt und "auf hohe Akzeptanz im Markt trifft", wie es heißt.

Für das von Bertelsmann-Chef Thomas Rabe gewünschte Mehr an Zusammenarbeit im Inhaltebereich gibt es bereits diverse Beispiele: So basiert die Vox-Serie "Der Club der roten Bänder" beispielsweise auf einem Buch des Autors Albert Espinosa, das in Deutschland bei der Verlagsgruppe Random House erschienen ist.

Der UFA/Fremantle-Produktion "München" liegt ein Roman von Robert Harris zugrunde, ebenfalls veröffentlicht bei der Verlagsgruppe Random House. Gruner + Jahr hat zum Start der Vox-Staffel "Die Höhle der Löwen" ein Gründermagazin herausgebracht. Gruner + Jahr und BMG gaben vor wenigen Tagen den gemeinsamen Start eines Fanmagazins über den Musiker Max Giesinger bekannt.

Bei der Tochter RTL steht noch ein Chefwechsel an

Der Umbau geht übrigens auch bei der RTL-Familie weiter. So soll laut einem dwdl-Bericht RTL-Geschäftsführer Frank Hoffmann nach 27 Jahren die Kölner Mediengruppe verlassen und Jörg Graf, bislang COO Program Affairs bei der Gruppe, seine Nachfolge antreten. Die Mediengruppe RTL Deutschland kommentiert die Personalspekulationen auf Anfrage nicht.

Noch nicht offiziell verkündet - aber: Frank Hoffmann wird offenbar RTL verlassen.

Es wäre die erste Top-Personalie in der neuen Ära von Bernd Reichart. Und sie gilt dem Flaggschiff der deutschen Gruppe, das seit Jahren mit schwindenden Reichweiten kämpft. Im Vorjahr hat RTL bei den 14- bis 49-Jährigen die Marktführerschaft zwar verteidigt, aber auf einem Wert von 11,4 Prozent Marktanteil – nochmals 0,8 Prozentpunkte weniger als 2017.

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