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IVW-Quartalszahlen
Bild-Auflage sinkt deutlich, Stern verliert zweistellig

Die IVW-Auflagenzahlen für das 4. Quartal 2018 bestätigen den Minus-Trend der vergangenen Jahre. Große Verluste beklagen vor allem Springers Bild-Zeitung und Gruners Stern.

Text: W&V Redaktion

17. Januar 2019

Die Print-Auflagen sind weiter im Sinkflug.
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Die Auflagen der deutschen Zeitungen und Zeitschriften sinken weiter. Laut den jüngsten Quartalszahlen der IVW wurden im letzten Quartal 2018 mehr als 677.000 Zeitungsexemplare weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einem Rückgang von 3,8 Prozent.

Deutschlands größtes Print-Medium büßte dabei weiter kräftig an Auflage ein. Springers Bild-Zeitung verlor rund neun Prozent seiner Auflage und verkaufte im zurückliegenden Quartal zusammen mit dem Schwestertitel B.Z. 1,5 Mio Exemplare.

Abwärts gehen die Auflagenzahlen auch bei den Schwesterblättern ais dem Hause Springer. Die Bild am Sonntag hatte ähnlich herbe Verluste und verlor 9,7 Prozent ihrer Auflage. Ebenso die Welt. Hier sank die Auflage um 8,2 Prozent auf 155.607 Exemplare. Die Welt am Sonntag konnte ihre verkaufte Auflage um 4,3 Prozent steigern.

Gegen den Trend legte bei den Tageszeitungen nur das Handelsblatt zu. Die Wirtschaftszeitung steigerte ihre Auflage um 2.4 Prozent – allerdings mit einem hohen Anteil von Bordexemplaren.

Stern-Auflage sinkt unter 500.000 Exemplare

Bei den Publikumszeitschriften schreitet die Auflagenerosion fort. Im traditionell auflagenstärksten Segment der Publikumszeitschriften war der Absturz am deutlichsten. Die Programmies verloren gegenüber dem Vorjahres-Quartal 5,9 Prozent ihrer Auflage.

Nur noch zwei Titel weisen überhaupt noch Auflagen von mehr als einer Million auf. Auflagenkrösus bleibt Bauers TV 14.  Der Titel steht nun bei einer Auflage von 1,9 Mio. Exemplaren, verlor aber 6,7 Prozent. Funkes TV Digital verkaufte 1,4 Mio. Exemplare, verlor aber ebenfalls stark (minus 9,9 Prozent).

Bei den aktuellen Magazinen ist Gruner + Jahrs Stern einmal mehr der größte Verlierer. Die Zeitschrift verlor innerhalb eines Jahres 11,5 Prozent ihrer Auflage und steht nun bei 480.739 Exemplaren. Glimpflicher verlief es bei den Konkurrenten Spiegel und Focus. Beide verloren nur 2,6 bzw. drei Prozent ihrer Auflage. Allerdings stützt Burdas Nachrichtenmagazin seine Auflage traditionell mit einem großen Anteil an Bordauflage. Fast ein Viertel der Focus-Auflage stammt aus der Gratis-Lektüre für Flugreisende.

Die Wochenzeitung Zeit konnte dagegen leicht zulegen (plus 0,12 Prozent) und liegt bei 505.649 Exemplaren. Insgesamt verlor das Segment der aktuellen Magazine 2,2 Prozent seiner Auflage.

Für Sie und Freundin im Plus

Neben den Stern gehören zu den größten Auflagenverlierern Bauers Das Neue Blatt (minus 10 Prozent), Burdas Meine Familie & Ich (minus 10,8 Prozent) und Rewes CP-Magazin Laviva (minus 17,5).

Unter den Gewinnern finden sich Funkes Land-Idee (plus 11,6 Prozent), die Burda-Blätter Lust auf Genuss (plus 24,4 Prozent) und Freundin (plus 2,2 Prozent) sowie Für Sie (plus 5,3 Prozent), seit Herbst 2018 ein Titel von Klambt.

Und so lief es werblich

Nach Bruttoumsatz hat sich die Zeitschriftenbranche 2018 auch höchst unterschiedlich entwickelt. Bunte, TV14, Wirtschaftswoche, Landlust und Barbara sind – in dieser Reihenfolge – laut Nielsen die Zeitschriften mit dem höchsten Zuwachs an Bruttoanzeigenumsatz gegenüber dem Vorjahr. Die WiWo schließt per Jahresendrallye zu den Wachstumssiegern auf.

Formell führt Prisma Gesamt Nord das Ranking an (Grafik unten), doch ist ein Vorjahrsvergleich hier nicht sinnvoll möglich, weil die Belegungseinheit des Programm-Supplements neu geschaffen wurde. Was die prozentualen Zuwächse angeht, ragen drei Titel besonders heraus: TV plus, Free Men´s World und der Robb Report Germany.

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