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Interview mit Marie Dippold
Branded Podcasts: Warum Unternehmen jetzt auf Audio setzen

Erst Hornbacher, AOK, Unity Media und jetzt auch Audi - immer mehr Unternehmen entdecken die eigene Audioshow. Podcast-Produzentin Marie Dippold erklärt, worauf es ankommt.

Text: W&V Redaktion

7. September 2018

Podcast-Macherin Marie Dippold von Viertausendhertz erklärt, worauf zu achten ist
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Branded Podcasts - in den USA hat sich dieser Content-Marketing-Trend bereits fest etabliert. Bei großen Playern wie Microsoft, Ebay oder General Electric sind Podcasts bereits fester Bestandteil in der Unternehmenskommunikation. Hierzulande gibt es bislang nur wenige Firmen, die sich auf diesen Trend eingelassen haben - die Tendenz ist jedoch steigend. Deutsche Telekom, AOKHornbachUnity Media und jetzt auch Audi fahren auf dieses Marketingtool ab.

"Das Interesse zum Thema Elektromobilität ist in der deutschen Bevölkerung durchaus ausgeprägt – allerdings auch die Zurückhaltung beim Kauf eines PKW mit reinem Elektroantrieb. Das immer populärer werdende Medium 'Podcast' eignet sich aus unserer Sicht hervorragend, um Aufklärungsarbeit in dieser komplexen Thematik zu leisten", sagt Jorita Genschow, Projektverantwortliche für die Audi e-tron Kommunikation in Deutschland auf Anfrage von W&V Online. Das Podcast-Projekt wurde von der Agentur PHD betreut. 

Wie sich Unternehmen am besten ins Spiel bringen, erklärt Marie Dippold, Mitgründerin des reichweitenstärksten deutschen PodcastLabels Viertausendhertz.

Frau Dippold, Unternehmen entdecken jetzt zunehmend Audio als Kommunikationstool. Wie kommt‘s?

Untersuchungen bestätigen, dass vor allem die Zielgruppe der 25 bis 50-Jährigen gerne Podcasts hört. Es sind vor allem die besser Gebildeten, die man über ein solches Audio-Format gut erreichen kann. Podcasts sind ein On-Demand-Medium, bei dem der Nutzer entscheidet, wann, wo und wie er es hört. Dazu kommt die besondere Nutzungssituation, in der man sich auf das Gehörte konzentriert. Das kann im Auto, in der S-Bahn, auf einer Wiese am See oder im Griechenland-Urlaub sein. Auch das hat dazu geführt, dass Podcasts in den letzten zwei Jahren aus der Nische herausgetreten sind. Das macht sie zunehmend für Unternehmen interessant. 

Welche Themen eignen sich aus Ihrer Sicht überhaupt für ein solches Medium?

Im Grunde genommen jedes. Schauen Sie sich nur mal die vielen unterschiedlichen Formate im TV. Da gibt es auch alles – vom Wissensmagazin über eine Spezialsendung für Angler. 

Was macht ein erfolgreiches Podcast-Format aus?

In erster Linie sollte es unterhaltend und informativ sein. Wenn dann noch ein besonderes Klangerlebnis, also gute Musik und ausgewählte O-Töne dazukommen, hat man schon sehr viel richtig gemacht. Im besten Fall sollte eine Produktion Radioniveau haben. 

In der Anfangszeit klang mancher Podcast nach gesprochener Schülerzeitung.

Das ist richtig, aber da hat sich eine ganze Menge getan. Auch bei Branded Podcasts, wie sie die Deutsche Telekom und die AOK produzieren. Sie leben zwar von einer lockeren Tonalität, dennoch darf der Hörer ein bestimmtes Qualitätsniveau erwarten. Daher werden solche Podcasts auch recht aufwändig produziert. 

Wie hoch sind die Kosten für ein solches Format?

Das kommt darauf an, ob man ein Video will oder einen Blockbuster. Es macht einen großen Unterschied, ob zwei vor einem Mikro sitzen und sich locker unterhalten oder ob im Vorfeld ein Storytelling-Konzept mit Script ausgearbeitet werden muss, ob Prominente ins Studio eingeladen werden und wie aufwändig die musikalische Untermalung ist. Für ein ordentlich produziertes Interview-Format muss man mit einem mittleren vierstelligen Budget rechnen. Sind viele Episoden geplant, kommt man auch in einen sechsstelligen Bereich. Das Produkt hat einen Wert und damit seinen Preis. 

Macht es eher Sinn, einen Podcast zu produzieren oder darin Werbung zu schalten?

Das ist egal, die Premium-Zielgruppe erreicht man sowieso. Unternehmen, die selbst ein Podcast-Format aufsetzen möchten, müssen sich klar machen, dass es einen gewissen Aufwand bedeutet, denn auch, wenn extern produziert wird, müssen die Infos aus der Unternehmenskommunikation kommen. Man hat gleichzeitig aber auch die Chance, mehr Informationen mitzuteilen, als das über die klassischen Medien funktioniert. Soll Werbung in einem Podcast platziert werden, handelt es sich meist um Native Advertising. Das heißt, der redaktionelle Inhalt wird von einem Host gesprochen.  

Die Unternehmensunit ViertausendhertzStudio produziert unter anderem Podcasts für die Heinrich-Böll-Stiftung, BuzzFeed, Deezer und einen Podcast mit dem Thema „Elektromobilität“ für Audi

Mehr Infos zu dem Thema finden Sie in der nächsten Ausgabe der W&V, Heft 37

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