Anzeige

20 Jahre "Movie meets Media"
Bühne für Leinwandstars und Businessentscheider

Sören Bauer hat vor genau 20 Jahren den Networking-Event "Movie meets Media" gegründet. Ein Gespräch über Compliance, Partycrasher und Fachkräftemangel.

Text: W&V Redaktion

12. November 2019

Der Eventveranstalter Sören Bauer und Schauspieler Tom Wlaschiha bei "Movie meets Media"
Anzeige

Sören Bauers Eventreihe Movie meets Media wird in München während der Filmfestspiele, in Berlin im Rahmen der Berlinale sowie in Hamburg in der Vorweihnachtszeit im Atlantic Kempinski veranstaltet. "Sören Bauer Events" steht weiterhin für Veranstaltungen wie Speakers Night, Faceclub und den Deutschen Sportjournalistenpreis. Im November feiert der Eventveranstalter doppeltes Jubiläum: Neben dem Movie-meets-Media-Geburtstag begeht Bauer auch sein 25-Jahres-Firmenjubiläum.

Herr Bauer, netzwerken - das tut man doch inzwischen im Netz. Wie wichtig sind solche analogen Networking-Veranstaltungen heute überhaupt noch?

Der persönliche Kontakt ist durch nichts zu ersetzen. Gerade, weil wir so viel digital unterwegs sind, brauchen wir die persönliche Begegnung. Durch sie bauen wir Vertrauen auf. Alles wird einfacher, wenn man sich einmal persönlich getroffen hat, denn der digitale Austausch bietet auch viel Raum für Missverständnisse.

Ihre Eventreihe "Movie meets Media" wird am 25. November 20 Jahre alt statt. Wie ist der Event eigentlich entstanden?

Ein guter Freund von mir war Filmproduzent und da ich - im Gegensatz zu ihm - viele Einladungen hatte, nahm ich ihn als meine Begleitung häufig mit. Immer wenn ich den Filmproduzenten dann anderen Gästen - überwiegend Schauspielern - vorstellte, sprach keiner mehr mit mir, da alle ein großes Interesse an ihm hatten, um gegebenenfalls neue Jobs zu bekommen. Darüber hatte ich nachgedacht und mich gewundert. Warum wird jemand wie der Filmproduzent, mit dem alle anderen Gäste sprechen möchten, nicht eingeladen? So entstand die Idee für die Eventreihe "Movie meets Media" und wir haben eine Veranstaltung gemacht, zu der wir bewusst Menschen eingeladen haben, die so interessant sind, dass jeder mit ihnen sprechen möchte.

Movie meets Media findet nun schon zum 60. Mal statt. Wie halten Sie den Event begehrlich?

Zunächst einmal: Die Mischung machts! Wir laden nicht nur Menschen aus dem Showbiz ein, sondern dazu Wirtschaftsentscheider sowie Politiker. Und: Wir passen die Auswahl des Publikums laufend an. Auf der aktuellen Liste stehen Gäste, die erst geboren wurden, als ich die erste Movie meets Media gemacht habe. Außerdem halten wir die Qualität der Gästeliste hoch. Wir fragen uns: Wie bereichert der Gast unsere Veranstaltung? Zusätzlich haben wir ein geschlossenes Netzwerk aufgesetzt, wo sich jeder Gast registrieren kann. Sieben Tage vor dem Event bekommt jeder registrierte Teilnehmer die komplette Zusagenliste. So hat man die Chance, sich schon vorher zu verabreden.

Schauspieler und DJ: Lars Eidinger

Sie organisieren nicht nur Networking-Veranstaltungen für die Medienbranche, sondern auch Eventreihen wie die Speakers Night oder den Faceclub. Anfang 2020 findet erstmals der Eurominds-Wirtschaftsgipfel statt. Wie werden solche Formate entwickelt?

Solche Projekte entstehen quasi auf Bedarfsbasis. Wir überlegen sehr genau, was Sinn macht. Da es in Hamburg keinen Wirtschaftsgipfel gibt, haben wir uns entschlossen, diesen zweitägigen Event mit zahlreichen Panels aufzusetzen. 32 hochkarätige Redner aus Wirtschaft, Politik und Kultur haben ihr Kommen bereits zugesagt. Die Themen und Teilnehmer sind unter www.Eurominds.de zu finden. 500 geladene Teilnehmer werden spannende Diskussionen zu Themen wie "Was tun wir gegen den Fachkräftemangel?" oder "Werte und Haltung im 21. Jahrhundert" hören.

Wie hat sich das Eventwesen in den vergangenen 20 Jahren verändert?

Zum einen ist da das Thema Compliance. Nach der Einführung des entsprechenden Gesetzes wollten viele nicht mehr auf Veranstaltungen gehen, um nicht in Konflikt zu geraten. Zum anderen ist es für jeden Eventteilnehmer ein Problem, dass er jederzeit mit Handy gefilmt werden kann. Das führt dazu, dass sehr viel weniger getrunken wird und damit die Atmosphäre nicht mehr so locker ist. Aber auch das Rauchergesetz, das in Bayern das Rauchen sogar in geschlossenen Gesellschaften verbietet, verändert einen Event. Denn alle gehen zum Rauchen vor die Tür.

Wie hat sich das Publikum in den vergangenen Jahren verändert?

Es ist ein anderes Anspruchsdenken entstanden. Die Zahl der Mails mit Beschwerden, dass man nicht eingeladen ist, nimmt zu.

Heutzutage will sich doch niemand mehr festlegen. Jeder meint, es könnte im letzten Moment noch ein besserer Termin hereinschneien. Wie hat sich die Zahl der No-Shows entwickelt?

Diese ist in den vergangenen Jahren nicht gestiegen, sondern eher gesunken. Dadurch, dass es mehr Veranstaltungen gibt als je zuvor, ist auch die Zahl der schlechten Veranstaltungen gestiegen. Das steigert wiederum die Begehrlichkeit für unseren Event.

Viele Medienunternehmen haben ihre Veranstaltungsbudgets in den letzten Jahren gekürzt. Ist die Suche nach Sponsoren damit schwieriger geworden?

Nein, denn es ist, wie es immer war: Schlechte Qualität lässt sich schlecht verkaufen, gute Qualität dagegen gut. Wir bieten gute Qualität, das macht es uns natürlich leichter. Für unseren neuen Event Eurominds konnten wir sofort die Burda News Group mit dem "Focus" gewinnen.

Finden Sie noch genügend Personal, um solche Events zu stemmen?

Die Suche nach geeignetem Personal ist definitiv schwieriger geworden. Jeder vierte Bewerber erscheint trotz Zusage erst gar nicht zum Vorstellungstest. Aber nicht nur bei der Quantität muss man Abstriche machen, auch bei der Qualität. Dabei brauchen wir gerade beim Gästemanagement, das immer größeres Augenmerk erfordert, erfahrenes Personal. Denn die Liste derer, die Hausverbot haben, wird immer länger. Wir schaffen es inzwischen, 90 Prozent dieser Partycrasher im Vorfeld herauszufiltern. Außerdem sind unsere Türsteher darauf trainiert, Stalkern von Schauspielern den Zugang zu verwehren.

Es heißt, Wayne Carpendale war auch einer von denen, die sich den Zugang quasi erschlichen haben. Stimmt das?

Streng genommen ja. Er hat als junger Schauspieler immer wieder über die verschiedenen Kanäle anfragen lassen, hat aber immer nur Absagen erhalten. Einmal ist es ihm gelungen, sich als Begleitung eines Gastes reinzumogeln. Das fiel mir auf, und ich sprach ihn an. Wir haben uns dann so nett unterhalten, dass ich ihn auf den Verteiler gesetzt habe. Seine heutige Frau, Annemarie Warnkross, hat er übrigens bei uns kennengelernt und bei einer späteren Veranstaltung von Movie Meets Media bekannt gegeben, dass sie ein Paar sind.

Anzeige