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US-Zeitungen atmen auf
Bundesbehörde kippt Druckpapier-Zölle

Das Entscheidungsgremium sieht keine Anhaltspunkte dafür, dass die amerikanische Papierindustrie durch Einfuhren aus Kanada geschädigt wird.

Text: W&V Redaktion

30. August 2018

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Überraschende Entscheidung zu den Druckpapier-Einfuhrzöllen: Die unabhängige Bundesbehörde U.S. International Trade Commission (USITC) hat jetzt beschlossen, die bestehenden Zölle für Druckpapier aus Kanada aufzuheben. Die Entscheidung des fünfköpfigen Gremiums fiel einstimmig.

In einem Statement der Behörde heißt es, dass die amerikanische Papierbranche durch die Einfuhr von Zeitungsdruckpapier aus Kanada weder materiell geschädigt noch bedroht werde. Damit endet eine einjährige Untersuchung zu Vorwürfen, dass die kanadische Regierung den einheimischen Papierherstellern nicht gerechtfertigte Subventionen zukommen lasse und damit den Export auf den amerikanischen Markt fördere.

Wie W&V berichtete, war die Problematik durch eine Petition der North Pacific Paper Corporation mit Sitz im US-Bundesstaat Washington ausgelöst worden. Das Unternehmen hatte erklärte, dass das Geschäft mit Druckpapier durch die kanadischen Exporte auf den US-Markt eingebrochen sei. Dafür sieht die USITC jedoch keine Anhaltspunkte.

Sorge bei den Verlagen

Die vom US-Handelsministerium beschlossenen Zölle in Höhe von zuletzt 16,88 Prozent hatten zu einem deutlichen Anstieg der Druckpapierpreise in den USA geführt, der insbesondere kleinere Zeitungsverlage schwer belastete. Die Papierkosten sind in der Regel der zweitgrößte Kostenfaktor – nach den Personalkosten – für Zeitungen. Die kämpfen aber ohnehin schon seit Jahren mit sinkenden Vertriebs- und Anzeigenerlösen.

Zahlreiche Zeitungen hatten in letzter Zeit mit Hinweis auf die gestiegenen Papierkosten Personal entlassen, die Seitenzahl ihrer Blätter verringert oder die Erscheinungsfrequenz reduziert.

Der amerikanische Branchenverband News Media Alliance begrüßte die Entscheidung der USITC. Sie helfe, dass die Lokal- und Regionalzeitungen in den USA „ihre Lebensfähigkeit behalten und weitere Jobverluste verhindert werden können“, heißt es in einer Erklärung des Verbands.

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