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US-Videostreamingmarkt
CBS All Access will Abo-Zahl verdreifachen

Neue Konkurrenten wie Disney+ und Apple TV Plus würden die Akzeptanz von Videostreaming nur steigern, sagt COO DeBevoise. Es gebe noch genügend Potenzial für weiteres Wachstum.

Text: W&V Redaktion

5. August 2019

Der Streamingdienst investiert kräftig in neue Serien.
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Der US-Videostreamingdienst CBS All Access des Medienkonzerns CBS Corporation will in den nächsten drei Jahren die Abonnentenzahl verdreifachen und investiert deshalb kräftig in eigenproduzierte Shows. Dies erklärte Marc DeBevoise, COO von CBS Interactive, vergangene Woche auf der Sommer-Pressetour der amerikanischen Television Critics Association in Los Angeles.

Der im Oktober 2014 gelaunchte Dienst kommt derzeit zusammen mit dem Streamingdienst des Schwesterkanals Showtime auf rund 8 Millionen Abonnenten. Bis Ende 2022 soll die Zahl auf 25 Millionen gesteigert werden.

Ein ambitioniertes Ziel angesichts der Tatsache, dass sich noch in diesem Jahr die Konkurrenzsituation auf dem US-Markt durch den Launch von Disney+ und Apple TV Plus sowie im ersten Quartal 2020 durch die neuen Streamingdienste von NBCUniversal und Warner Media erheblich verschärfen wird.

"Wir fürchten diese Entwicklung nicht", erklärte DeBevoise. Denn es handle sich um kein Nullsummenspiel. Die Marktveränderungen würden vielmehr die Akzeptanz von Videostreaming-Angeboten insgesamt erhöhen – eine Einschätzung, die er mit Netflix-Gründer und CEO Reed Hastings teilt.

Potenzial für weiteres Wachstum

DeBevoise wies darauf hin, dass in den USA bereits 80 Prozent aller Haushalte einen Videostreamingdienst nutzen, wobei der Durchschnittshaushalt über 3,4 Abonnements verfüge und dafür 35 Dollar pro Monat zahle. Vor einem Jahr, so DeBevoise seien es erst 15,60 Dollar gewesen. Da die US-Haushalte insgesamt monatlich rund 300 Dollar für Entertainment ausgeben, sehe er noch genügend Potenzial für weiteres Wachstum.

Dieses Wachstum im Videostreaming-Segment geht dabei offensichtlich vor allem zulasten der traditionellen Kabel- und Satelliten-TV-Anbieter. Nach neuesten Zahlen des Marktforschers Moffett Nathanson mussten die Netzbetreiber AT&T, Comcast und Charter allein im zweiten Quartal dieses Jahres einen Abonnenten-Verlust in Höhe von 1,25 Millionen Haushalten hinnehmen.

Neue "Star Trek"-Serie

Um im immer intensiver werdenden Konkurrenzkampf auf dem Videostreamingmarkt mit den Schwergewichten Netflix, Amazon Prime Video, Disney und Warner mithalten zu können, investiert CBS kräftig in Eigenproduktionen.

Für nächstes Jahr ist der Start von mindestens zwölf neuen Serien vorgesehen, darunter "Star Trek: Picard", die mehrere Staffeln umfassen wird und für die Amazon Prime Video die Lizenz für Deutschland erworben hat, sowie die Animationsserien "Star Trek: Lower Decks" und "Star Trek: Short Treks".

Darüber hinaus hat CBS All Access unter anderem die Produktion einer neuen Serie auf Grundlage des Buches "The Man Who Fell to Earth" von Walter Tevis und des 1976 entstandenen gleichnamigen Films mit David Bowie in Auftrag gegeben. Überdies soll das nicht-fiktionale Angebot erweitert werden, so etwa im Sport- und Dokumentationsbereich.

Fusion mit Viacom geplant

Eine weitere, konzernübergreifende Entwicklung könnte CBS ebenfalls zuhilfe kommen. Denn die CBS Corporation gehört zur Holding National Amusements – ebenso wie das Medienunternehmen Viacom mit Kabel-TV-Sendern wie MTV, Nickelodeon und Comedy Central.

Derzeit wird – bereits im dritten Anlauf – über eine Fusion von CBS und Viacom verhandelt. Schon Ende dieser Woche, wenn beide Unternehmen ihren Quartalsbericht bekannt geben, könnte der Deal offiziell verkündet werden. Viacom könnte dann, beispielsweise im Bereich Kinderprogramme, zu einem wichtigen Content-Lieferanten für CBS All Access werden.

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