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US-Fernsehmarkt
CBS will Plan für Fusion mit Viacom vorlegen

Mit der Vorlage des Plans dürften nun die Fusionsverhandlungen beginnen. Ihr Ausgang ist allerdings weiterhin offen.

Text: W&V Redaktion

3. April 2018

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Das amerikanische TV-Network CBS Corp. will bereits in den nächsten Tagen einen Vorschlag für die Fusion mit dem TV-Konzern Viacom vorlegen. Damit dürften zugleich die Fusionsverhandlungen beginnen, die die TV-Unternehmen wieder zusammenführen könnten – zwölf Jahre, nachdem die beiden Unternehmen voneinander getrennt wurden.

CBS und Viacom sind Tochterfirmen der Unternehmensholding National Amusements, an der die Familie des 94-jährigen Patriarchen Sumner Redstone 80 Prozent der stimmberechtigten Anteile hält. Anfang des Jahres hatten beide Unternehmen jeweils Ausschüsse mit unabhängigen Direktoren gebildet, die seither die Möglichkeiten einer Fusion ausloten.

Wie der US-Wirtschaftsdienst Bloomberg unter Berufung auf nicht namentlich genannte Unternehmensquellen berichtet, soll der Fusionsvorschlag sowohl eine Bewertung der beiden TV-Unternehmen enthalten als auch einen Vorschlag für die künftige Führungsstruktur. Die Details würden allerdings nicht veröffentlicht. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass beide Unternehmen versuchen werden, bis zum nächsten Quartalsbericht im Mai eine Einigung zu erzielen. Noch sei aber unklar, ob es überhaupt zu der Transaktion kommt.

National Amusements hatte bereits 2016 auf Vorschlag von Sumner Redstones Tochter und Vice Chairwoman Shari Redstone eine Wiedervereinigung der Unternehmen geprüft, den Plan dann aber wieder verworfen mit der Begründung, es sei "nicht der geeignete Zeitpunkt" dafür. Offensichtlich ist die neuerliche Aufnahme des Vorschlags eine Reaktion auf die geplanten Fusionen großer konkurrierender Medienunternehmen auf dem US-Markt – wie etwa der Versuch Disneys, große Teile von 21st Century Fox zu übernehmen, oder die geplante Übernahme von Time Warner durch AT&T.

Schwierigster Punkt für eine Fusion dürfte die Bewertung der Unternehmen sein. CBS ist der nach Zuschauerquoten erfolgreichste der großen TV-Networks in den USA, während Viacom mit Kabelkanälen wie MTV, Nickelodeon, VH1 und Comedy Central in den vergangenen Jahren Zuschauerverluste hinnehmen musste. Allerdings scheint der neue Viacom-CEO Bob Bakish das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Derzeit liegt laut Bloomberg der Marktwert von Viacom bei 13 Milliarden Dollar, der von CBS bei 19,7 Milliarden Dollar.

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